Mai

8

Heute (Samstag) schickte der Kapitän der „King Daniel“ eine email im Auftrag von Martin:

pos: 29 46.9N / 057 11.3W; course -063
Everything is OK. Please update the block and inform the friends.
Greatings. Martins

Gut, also die Freunde sind jetzt informiert, aber „update the block“? Meint er da den Ostblock, den ich verbessern soll? Oder informieren? Oder umgestalten (der Neusprachler erkennt sofort: Update=Umgestaltung=Perestroika). Da komme ich dann leider zu spät, denn da war schon ein gewisser Michail Gorbatschow aktiv. Wie lange ist die „King Daniel“ eigentlich schon unterwegs?

Mai

7

Mittags-Etmal (12.00 UTC): 77 sm (wegen der „Nachtpause“)

Lasse mich in der Nacht treiben, weil ich schlafen muss und der AP-Motor nicht arbeitet

05:00 stehe ich auf, mache mir einen Kaffee und „lasse die Sonne aufgehen“.

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

Dann starte ich einen neuen Versuch Kohlebürsten zu basteln, nachdem ich in Wikipedia ein wenig gelesen hatte.

Nebenbei lasse ich das Wetterfax laufen – wenigstens das funktioniert jetzt prima!

Ich entscheide mich für meine 5mm Aluplatten, d.h. ich bastle mir 4 kleine Schleifkontakte.

Und nach gut einer Stunde ist alles wieder montiert und funktioniert sogar – bis jetzt. Ich werde heute Abend noch mal alles auseinandernehmen und nachsehen, wie groß der Verschleiß ist.

Das „treiben“ hat mich 30 sm gekostet, auf die Gesamtdistanz von 3600 ist das nicht ein Mal ein Prozent – und es war ohnehin totale Flaute. Mich hat es 2 sm nach Nord getrieben.

Gerade hat eine große Goldmakrele angebissen und diesmal bekomme ich sie fast kampflos an Bord.

Goldmakrele_2

Goldmakrele_2

Einen Teil werde ich mir heute gleich frisch machen und den Rest erst mal einfrieren.

Goldmakrele_3

Goldmakrele_3

Goldmakrele_4

Goldmakrele_4

NACHTRAG:

Der Fisch war natürlich sehr lecker – gebraten in der Pfanne mit Pellkartoffeln und Buttersoße, frischer kann‘s nicht sein!

Den nächsten Fisch holst DU dann raus!!!

Ende 8.Tag – 07.05.10; POS 24:00(UTC) 29°19.451’N, 058°12.367’W
Etmal:82 sm – größte Windstärke/Richtung: NNW 3 Kn – schnellste FÜG: 5,3 Kn

Mai

6

Das fand ich heute in meinem Posteingang:

Hi,
Today contacted by Blukat on VHF radio and asked to relay following message to you:

Position at 1500 UTC : 28 17N  060 03W 
Course : 060
Everything ok, please update the blog and inform friends. 
Greetings,
Martin

Das müsste dann ungefähr hier sein!

Mai

6

Mittags-Etmal (12.00 UTC): 110 sm

Einer meiner beiden WW-Boiler scheint ein Leck zwischen dem Druckwasser und dem Kühlkreislaufwasser zu habe, denn mein Ausgleichsbehälter für das Kühlsystem läuft dauernd über.

Es bestätigt sich, denn nach dem ich die Leitung mit den Ventilen abgesperrt habe, bleibt der Kühlwasserstand konstant. Also mit Strom die WW-Boiler heizen – na den habe ich ja genug.

Denn immer noch liegt ein stabiles Hoch genau „über“ mir und es ist totale  Flaute

Also den 3. Tag Motoren

Dafür habe ich wieder mal einen netten Kontakt zu einem Tanker:
Ein bisschen Smalltalk und dann schickt er eine E-Mail an Michi und gibt mir Wetterinfos.

Tanker CAP GEORGES_2

Tanker CAP GEORGES_2

Tanker-CAP GEORGES_1

Tanker-CAP GEORGES_1

Wieder kurze Störung der Autopilotpumpe!!! Also Nehme ich sie auseinander, in der Annahme, irgendetwas klemmt in der Hydraulik.

Aber weit gefehlt – es sind die Kohlebüsten bzw. KEINE mehr – nach nur 6 Monaten!?!?!

Also lege ich 2 Stunden“ Pause“ ein und versuche eine Reparatur mit Bordmitteln.

Nach dem ich alle Möglichkeiten durchgegangen war, wo ich eventuell Kohlebürsten finden kann und mir nichts weiterhalf, habe ich es mit der Litze von Batteriekabeln versucht.

AP-Motor_Kohlebürsten_1

AP-Motor_Kohlebürsten_1

AP-Motor_Kohlebürsten_3

AP-Motor_Kohlebürsten_3

AP-Motor_Kohlebürsten_7

AP-Motor_Kohlebürsten_7

Sieht ganz ordentlich aus, funktioniert aber nur kurz, weil nichts nachrutschen kann, außerdem verursachen die feinen Litzedräte Kurzschlüsse.

Ende 7.Tag – 06.05.10; POS 24:00(UTC) 28°38.314’N, 059°28.391’W
Etmal:112 sm – größte Windstärke/Richtung: NNW 3 Kn – schnellste FÜG: 5,3 Kn

Mai

5

Mittags-Etmal (12.00 UTC): 108 sm

Mein Bugrudermotor hat sich auf seinem Flansch gelockert, daher kommt das Wasser im Bug- Stauraum.

Segel lüften

Segel lüften

Die größte Arbeit ist alles auszuräumen, doch dabei lüften die Segel auch mal durch.

Dann den Motor an einen provisorischen Flaschenzug gehängt – Flansch nachgezogen – Motor wieder drauf und jetzt gegen „wackeln“ erst mal mit Seilen verspannt.

Bugruderflansch_1

Bugruderflansch_1

Bugruderflansch_2

Bugruderflansch_2

Bugruderflansch_3

Bugruderflansch_3

„Reparatur“ – Beendet. Morgen dann das gleiche auf der anderen Seite!

Ich schnalle langsam, dass ich Wetterfaxe nur bei ausgeschalteten Aziproppmotoren empfangen kann, weil die  Frequenzumrichter zur Steuerung der Motoren das Empfangssignal erheblich stört.

Der Autopilot streikt kurzfristig.

Ich gehe alle Möglichkeiten des Fehlers durch. Checke die Sensoren, die Leitungen, die Klemmverbindungen, die Sicherungen und, und, und.

Dann merke ich dass der Hydraulikmotor nicht anläuft.

Mir schwant schon tagelanges Rudergehen! Doch bevor ich ihn zerlege bekommt er mit dem Hammer mal einen „kleinen Schlag auf den Hinterkopf“ und siehe da er funktioniert wieder.

Ich vermute mal irgendetwas klemmt. Öl ist genug drin, heiß ist er auch nicht. Na mal sehen.

Die Störungen treten immer öfter auf und ich werde ihn morgen dann wohl doch zerlegen müssen ;-(

Zwischenzeitlich beschäftige ich mich mal wieder mit Astro-Navigation.

MOND und SONNE sind beide gut zu sehen – aber ich muss wieder mal ein wenig üben. Mit 10sm Versatz will ich mich nicht zufrieden geben.

Flaute_1

Flaute_1

Die Wetterkarte zeigt mir leider immer noch ein stationäres Hoch mit 1020.

Also weiter Motoren ;-( – bei einem Dieselverbrauch 5,3 l/Std. – habe noch für 6 Tage Diesel.

Flaute_4

Flaute_4

Nachmittgas versuche ich 3 Stunden zu Segeln, mache aber max. nur knapp 3,5 Kn und mit Sonnenuntergang schläft der Wind auch wieder ein.

Ende 6.Tag – 05.05.10; POS 24:00(UTC) 27°32.580’N, 061°04.997’W
Etmal:113 sm – größte Windstärke/Richtung: NNW 7 Kn – schnellste FÜG: 4,6 Kn