Feb.

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Christine

Huahine – schon der Name trägt Bedeutung in sich. „Hine“ steht im Polynesischen für „Frau“. Mit etwas Fantasie lässt sich in der Silhouette der Berge die Form einer liegenden, schwangeren Frau erkennen. Die Insel gilt als Sinnbild für Fruchtbarkeit und Weiblichkeit; manche deuten den Namen frei als „fruchtbare Frau“, andere augenzwinkernd als „sexy Lady“. Wer über die Insel fährt, versteht schnell, warum dieses Bild passt: üppiges Grün, dichte Vegetation, weiche Berglinien.

Bemerkenswert ist dabei die aussergewöhnliche Ordnung. Huahine wirkt extrem gepflegt. Die Strassen sind in hervorragendem Zustand, Grundstücke sauber, kaum sichtbarer Müll. Die auf vielen pazifischen Inseln präsente Plastik- und Müllproblematik ist hier nicht erkennbar. Alles erscheint aufgeräumt, strukturiert und mit grosser Sorgfalt erhalten.

Mit zwei kleinen blauen Renault Kwid begann die Inselrunde. Erster Halt war Anini Mara’e, eine der bedeutendsten heiligen Stätten Huahines. Ein Marae war im traditionellen Polynesien religiöses und gesellschaftliches Zentrum – Ort für Zeremonien und Versammlungen. Zwischen den alten Steinplattformen lag zunächst eine ruhige, fast ehrfürchtige Stimmung. Dann erklangen plötzlich Gesang und Musik aus dem Gebüsch. Wenige Schritte weiter sass eine Gruppe Einheimischer beisammen, bestens gelaunt und offenbar schon länger im Feiermodus. Der Kontrast zur spirituellen Bedeutung des Ortes war überraschend, die Begegnung jedoch offen und herzlich.

Weiter ging es zu La Maison du Pareo, wo handgemalte Pareos ausgewählt wurden und Bananen sowie Limetten als freundliche Zugabe mit ins Auto wanderten.

Am Tefarerii Viewpoint bot sich der weite Blick auf die Lagune in intensivem Türkis. Ein Panorama, das einen Moment lang alles andere in den Hintergrund rückt.

Bei den heiligen blauäugigen Aalen, den Anguilles sacrées, wartete bereits ein lokaler Guide. Mit geübtem Blick und sicherer Hand übernahm er die Smartphones, dirigierte geschickt die Positionen und sorgte für erstaunlich gute Fotos. Nebenbei erklärte er die Bedeutung der Tiere, spielte anschliessend noch ein Stück auf seiner Ukulele und verstand es charmant, sein kleines Geschäft zu führen. Am Ende wechselten nicht nur Erinnerungsfotos, sondern auch einige Muschelketten die Besitzer.

Eigentlich sollte es danach zum Schnorcheln in den Coral Garden gehen. Doch noch auf dem Weg dorthin setzte kräftiger Regen ein. Der pinke Regenschirm aus dem Damenauto erwies sich als rettender Begleiter. Ganz zufällig lag das Mutukootu Snacking am Wegesrand – perfektes Timing für die Regenpause. Frische Mango- und Bananensäfte, Poisson Cru und gegrillter Thunfisch mit Vanillesauce schmeckten allen extrem gut. Eine absolute Empfehlung!

Nach dem Schauer wurde der Schnorchelgang nachgeholt, allerdings mit kräftiger Strömung, die aus dem geplanten entspannten Gleiten eher ein sportliches Treiben machte.

Später wurden im Super U Fare Nui Vorräte ergänzt, in der Huahine Art Gallery Kunst aus gesammelten Strandmaterialien bestaunt und bei Vairupe Vanille frische Vanilleschoten gekauft.

Zum Abschluss bot das Hotel Le Mahana einen entspannten Sundowner, bevor der Tag an Bord bei einem besonderen Abendessen ausklang: Skipper Martin und Sylvia hatten eine Brotzeit liebevoll vorbereitet, mit frisch gebackenem Brot (Martins Spezialität), dazu Guacamole, Thunfischdip und Krautsalat. Eine perfekte Abrundung für einen Tag voller Eindrücke.