Jan.

20

Die Sonne ist weg und wir haben leider Sturmwarnung. Martin hatte das schon auf seinem Bordequipment vorausgesehen und wurde von der Basis angewiesen, einen sicheren Ankerplatz zu suchen.

Der Skipper entschied, mittags in die gegenüberliegende Bucht zu fahren.
Inzwischen wollte er den Generator laufen lassen, aber der zuckte nur. Martin ging auf die Suche, mittlerweile kennt er fast jede Ecke auf und unter Deck. Es dauerte nicht lange und er hat den Fehler gefunden.

Götz ging noch schnorcheln und alle anderen beschäftigen sich mit lesen, dösen und das Wetter beobachten. Es wechselte zwischen Sturmböen, Wind und Regen. Es war einfach nur grau. Am Tisch wurde der Essensplan für abends diskutiert. Es sollte bunten Reissalat, den ich schon in der Früh gemacht hab, Hühnchen und eine große Schüssel grünen Salat mit Avocado geben. Um die Mittagszeit , nachdem der Generator fertig war, hieß es Anker auf. Die Jungs, dick eingepackt in ihre Regenjacken, holten den Anker ein bei strömenden Regen und wir fuhren unter Motor in die Bucht. Es lagen schon Segelyachten hier und es sollten noch einige mehr werden. Da der Boden nicht so gut war und durch die vorausgesagten Wetterbedingungen musste der Anker auch zweimal gesetzt werden. Endlich saß er fest und die armen Jungs konnten endlich aus den nassen Regenjacken.


Danach gabs dann erst mal einen frisch gebackenen Kuchen und Kaffee – so lässt sich auch mal ein Regentag in der Südsee aushalten.

Irgendwann am Nachmittag entdeckte Norbert, dass sich irgendwie Wasser in seinem Schrank angesammelt hatte, seine ganzen Shirts und Hemden waren nass. Hilfe, das musste alles erstmal aufgehängt werden. Nur wohin mit den feuchten Sachen, es kamen ja immer wieder starke Regenschauer. Also wurde alles vorerst im Salon über die Polster gehängt. Martin ging wieder auf Ursachensuche. Er vermutete, dass es mit der Salzwasserpumpe, die nicht funktionierte, zu tun hatte. Aber genau wusste er es auch nicht. Er kontaktierte die Basis, die hatten wir immer 1000 Ausreden, wollten trotzdem für den nächsten Tag in der Früh ein Boot mit Mechanikern vorbei schicken.


Wie ließen uns erstmal Kaffee und den Mandarinenkäsekuchen schmecken. Es blieb wie schon an den anderen Tagen kein Stück übrig.
Es hatte ein bisschen aufgehört zu regnen. Martin bot an, für alle ein Dinghitraining zu machen. Matthias und ich wollten an Land und uns ein bisschen die Beine vertreten. Der Ort war ja nicht groß, aber die Vegetation war wie im Dschungel. Üppig wachsende Ixorapflanzen, Hibiskusse, Krotone und Palmen in allen Größen und Variationen. Am Straßenrand fühlten sich die großen Krabben durch uns gestört und schlüpften ganz schnell in ihre Löcher zurück. Ein Gewusel links und rechts. Am Ende vom Dorf war ein Supermarkt. Dort haben wir kurz durchgeschaut und noch eine Plastikschüssel für Teig, Obstsalat usw gekauft. Dann setzten wir uns an so einen einheimischen Foodtruck und tranken noch was. Martin wollte uns um sechs wieder abholen. Mittlerweile übten die anderen Dinghi fahren.


Zurück an Bord wurde so langsam das Abendessen vorbereitet. Waltraud übernahm das Hühnchen und Katrin machte den grünen Salat mit Avocado. Der Reissalat mit Ananas und Paprika war schon fertig.
Bis auf den letzten Krümel wurde alles aufgegessen.
Den Abwasch erledigten Katrin und Matthias.
ENDLICH konnten wir einige Mitsegler für unser Wizard gewinnen.
Martin erklärte kurz das Spiel und die Regeln und nach einer kurzen Proberunde ging’s los. Zu sechst gingen die 10 Runden schnell vorbei und unsere Mitspieler schlugen sich wacker. Die erste Runde gewann zwar noch Martin, aber die zweite Runde ging schon an Götz und Waltraud.
Vielleicht gibt’s ja morgen schon eine Revanche.