Dez.

13

Tag 25 – Di, 13.12.11

Standort Carlisle Bay Barbados

 

By Rainer

Logbucheintrag Erdenzeit UTC 03:39

Das Schiff liegt seit heute früh still verankert in der Bucht. Das einklarieren und anlegen im Grosshafen, das kurz darauf neben uns festmachende Riesenkreuzfahrtschiff, die Geräusche der Stadt alles ungewohnt. Jetzt um 23:40 Ortszeit ist endlich wieder Ruhe eingekehrt. Der Tag war interessant mit einkaufen, essen gehen und dann Billard spielen in der Strandbar. Franz hatte 50 Jahre nicht gespielt und trotzdem gewonnen J Endlich auch wieder schwankenden Boden, das Deck, unter meinen Füssen. Irgendwie bin ich in einem neuen Film meines Lebens. Es kann mich noch weniger erschüttern. Ich werde versuchen das zu konservieren. Und ich freue mich darauf übermorgen wieder die Segel zu setzen und von der Zivilisation Barbados Abschied zu nehmen. Ich kann auch nicht schlafen. Es fehlt mir ne Wache 🙂

Billardspiel

Billardspiel

Ende Logbucheintrag Erdenzeit UTC 03:47

 

By Michael

Das Ankommen in Barbados war gar nicht so schlimm. Wir waren das dritte Schiff nach der „Sea Cloud II“ an diesem Morgen, welches in den Hafen von Bridgetown einlaufen konnte. Strahlender Sonnenschein, bereits 28 Grad um 07:00  morgens lokaler Zeit. Aber nach uns kam eine schwimmende Bettenburg (Celebrity Summit) in den Hafen, die ca. 1600 erlebnishungrige Touristen an Land entließ. Für deren Empfang spielte, unüberhörbar für uns alle, eine Steel-Band „Jingle Bells“, „White Christmas“ und sonstigen Weihnachtstrasch. Das fühlte sich für mich an wie ein Kulturschock.

Inzwischen liegen wir in der Carlisle Bay vor Anker. Wir waren in der Stadt gewesen, haben Supermarkteinkäufe erledigt und haben ein wenig zu Fuß die Stadt erkundet. Abends gut essen gewesen, danach noch einen kleinen Absacker getrunken, und so langsam hat das Leben uns wieder zurückgeholt.

Tag 25 – Di, 13.12.11

Standort Carlisle Bay Barbados

 

By Rainer

Logbucheintrag Erdenzeit UTC 03:39

Das Schiff liegt seit heute früh still verankert in der Bucht. Das einklarieren und anlegen im Grosshafen, das kurz darauf neben uns festmachende Riesenkreuzfahrtschiff, die Geräusche der Stadt alles ungewohnt. Jetzt um 23:40 Ortszeit ist endlich wieder Ruhe eingekehrt. Der Tag war interessant mit einkaufen, essen gehen und dann Billard spielen in der Strandbar. Franz hatte 50 Jahre nicht gespielt und trotzdem gewonnen J Endlich auch wieder schwankenden Boden, das Deck, unter meinen Füssen. Irgendwie bin ich in einem neuen Film meines Lebens. Es kann mich noch weniger erschüttern. Ich werde versuchen das zu konservieren. Und ich freue mich darauf übermorgen wieder die Segel zu setzen und von der Zivilisation Barbados Abschied zu nehmen. Ich kann auch nicht schlafen. Es fehlt mir ne Wache J

Ende Logbucheintrag Erdenzeit UTC 03:47

 

By Michael

Das Ankommen in Barbados war gar nicht so schlimm. Wir waren das dritte Schiff nach der „Sea Cloud II“ an diesem Morgen, welches in den Hafen von Bridgetown einlaufen konnte. Strahlender Sonnenschein, bereits 28 Grad um 07:00  morgens lokaler Zeit. Aber nach uns kam eine schwimmende Bettenburg (Celebrity Summit) in den Hafen, die ca. 1600 erlebnishungrige Touristen an Land entließ. Für deren Empfang spielte, unüberhörbar für uns alle, eine Steel-Band „Jingle Bells“, „White Christmas“ und sonstigen Weihnachtstrash. Das fühlte sich für mich an wie ein Kulturschock.

Inzwischen liegen wir in der Carlisle Bay vor Anker. Wir waren in der Stadt gewesen, haben Supermarkteinkäufe erledigt und haben ein wenig zu Fuß die Stadt erkundet. Abends gut essen gewesen, danach noch einen kleinen Absacker getrunken, und so langsam hat das Leben uns wieder zurückgeholt.

By Stefan

Seit gestern freuen wir uns über Carola, unser neues Crewmitglied. Drei Wochen Männercrew sind eine interessante Erfahrung. Männer sind oft robust und bisweilen speziell untereinander. Erscheint eine Frau, verändert sich Tonlage und Benehmen. Eine Crew aus Männern hat Vor- als auch Nachteile. Auf der grobstofflichen Ebene des Mannes fehlen die feinen Energien der Frauen, man bewegt sich auf einer groben und lösungsorientierten Ebene. Letztendlich auch biologisch entsprechend angelegt (Corpus callosum). Kompromisse werden gemacht, man verständigt sich schnell, Gespräche robust und Ziel reduziert. Nichts scheint kompliziert, alles hat Struktur, über Gefühle oder Sorgen wird ohnehin nicht gesprochen. Schön dich an Bord zu wissen liebe Carola.

Carlisle Bay - Barbados

Carlisle Bay - Barbados

Dez.

12

Tag 24 – Mo, 12.12.11

POS 00:00 UTC: 13 06,465N und 058 59,353W
Wind 090 10Kn, KÜG 260, FÜG 5Kn (Gr + Ge)
Etmal 106sm

By Rainer

Logbucheintrag Erdenzeit UTC 01:12

20 Seemeilen noch bis Barbados! Auf den Seekarten taucht nach 21 Tagen eine Insel auf. Es soll dort Leuchtfeuer, Flughäfen und Einkaufszentren geben. Ich weiß nicht ob ich mich freuen soll oder traurig sein, dass es schon so weit ist. Da ich seit Monaten mich auf die Überquerung des Atlantiks gefreut habe, sie seit Jahren im Kopf hatte und hier an Bord extrem zur Ruhe und Zufriedenheit gefunden habe, ist die Zeit mal wieder rasch vergangen. Dabei läuft sie immer gleich schnell J Kommender Straßenlärm und viele Menschen die laut reden und Preise verhandeln wollen erwarten mich. Ich kann ein wenig die Entdecker verstehen. Obwohl ich schon sehr viel von der Welt gesehen habe, ist dieses Ankommen ein anderes. Ich danke meiner Familie, vor allem meiner Bella für ihre Unterstützung meiner Reise und ich danke meinen Teamhead Zoppi. Veränderung ist eines der Dinge die gegeben ist und unaufhaltsam. Wir sind jetzt schon anders als die Minute zuvor. Also bin ich, ob ich will oder nicht, heute schon ein anderer als vor drei Wochen. Das Leben ist schön und scheint grenzenlos. Ich werde es weiter genießen und freue mich auf das Neue, morgen schon.

Ende Logbucheintrag Erdenzeit UTC 01:35

 

By Stefan

Jede Reise ist begleitet von Gedanken an die Ankunft und auch Rückkehr. Heute Nacht gegen 02:00 UTC, nach über 2.800 Seemeilen tauchen an der Kim kleine Lichtlein auf. Das Leuchtfeuer South Point, Barbados. Kleine funkelnde Steinchen am Horizont weisen uns den Weg. Zunächst steuern wir den Hafen und die Klarierung beim Zoll, Hafenamt und Meldebehörden an. Dann verholen wir blu:kat an einen Anker Platz in der Carlisle Bay. Landfall in Bridgetown mit den Häusern aus der Kolonialzeit, Bunte Märkte und Cafés werden unseren monotonen Abläufen an Bord frischen Wind einhauchen. Wir sind neugierig, wie die ersten Schritte an Land sich anfühlen.

 

Kurz vor dem Landfall2

Kurz vor dem Landfall2

By Michael

Um 07:00 UTC hatten wir das Leuchtfeuer South Point querab und haben das Großsegel niedergeholt. Dann Kursänderung auf 320 Grad, und mit einer leichten Brise unter Genua schippern wir entlang der Südküste. Wir können die Küste nicht nur sehen mit ihren vielen vielen Lichtern, sonder man kann das Land auch hören. Die Geräusche einer Stadt tragen sich über das Wasser zu uns an Bord. Das Leben versucht uns so langsam wieder einzufangen mit all seinem Krach, dem Gedränge und was sonst noch alles dabei ist. So genießen wir in Ruhe die letzten Stunden bis Sonnenaufgang, bevor wir in Bridgetown anlegen. Ich bin gespannt, was uns erwartet.

 

Ankunft Barbados

Ankunft Barbados

POS 13:00 UTC: 13 05,445N und 059 37,012W
Angekommen in der Carlisle Bay auf Barbados

Dez.

11

Tag 23 – So, 11.12.11
POS 00:00 UTC: 13 15,773N und 057 11,716W
Wind 090 5Kn, KÜG 260, FÜG 5Kn (unter Motor)
Etmal 114sm

By Michael
Dunkle Wolken hatten uns gestern Morgen dazu verleitet, nochmals die Segel zu setzen. Die schwache Brise (12 Kn) hielt aber nur für kurze Zeit, schon mussten wir wieder die Genua bergen. Und so motoren wir bis jetzt (0430 UTC) unseres Weges…..
Höhepunkt des Tages war ein entgegenkommendes Handelsschiff. In 3 sm Entfernung steuerbord querab passierte uns ein in Ballast fahrender Tanker mit Kurs West Afrika (lt. AIS).

Tanker

Tanker

Diese Begebenheit ermahnte uns, jetzt wo wir wieder näher an die Küste kommen, den Ausguck sorgfältig zu besetzen. Schiffe mit AIS-Signal werden uns auf einem separaten Bildschirm angezeigt, aber die kleineren Fahrzeuge müssen wir per Fernglas ausmachen. So erfordert jede Situation auf blu:kat ihre eigene Aufmerksamkeit. Das war’s für heute Nacht, ich muss wieder auf meinen Ausguck. Und, nebenbei erwähnt, heute Nacht ist Vollmond, das gibt bestimmt wilde Träume nachher.

Vollmondnacht

Vollmondnacht

By Rainer
Logbucheintrag Erdenzeit UTC 07:23
Tagesablauf: aufstehen UTC 11:00, bloß kein T-Shirt anziehen es sind schon 28 Grad, 0,5 Liter Apfelsaftschorle trinken, an Deck gehen und verschlafen fragen wo der Wind bleibt, Stille, keiner spricht, jeder hängt seinen Gedanken nach, ich betrachte das Meer, die Jura Kaffeemaschine springt öfters an, Frühstücken , heute mit von Martin im Eierkocher! gekochten perfekten Eiern, lesen und markieren “ Du bist der Mann deines Lebens “ , 0,5 Liter Apfelsaftschorle trinken, Segel hoch und wieder runter, 31 Grad, das Buch “ John Tanner Privatdetektiv “ lesen im Trapez, da das eine leichte Kühlung von unten durch das Wasser gibt, lesen in der Kabine, da es draußen 33 Grad C hat und die geöffneten Kabinenluken eine Art Ventilation bieten, Mittag essen, sehr lecker Spagetti mit Thunasauce, Parmesan und Rose Wein, zum Nachgang einen Espresso mit Schokoladenkeks, lesen, die Sonne sinkt ins Meer, endlich Duschen, drei Partien Backgammon gegen Martin verlieren, meine erste Wache antreten UTC 22:00, laut schallt das Hörbuch von Martin und Michael über Deck, der Mond geht so groß auf wie die Sonne gerade untergegangen ist, ein paar Fotoexperimente mit dem Stativ machen, mich auf das Oberdeck mit dem iPod und „Paul van Dyck“ zurückziehen, den Mond und das Meer dazu betrachten, jetzt ist es ein super Klima mit 29 Grad, Franz kommt ne halbe Stunde zu früh an Deck zur Wachablösung, er hatte einen Espresso noch getrunken und konnte dann nicht schlafen, seltsam? Warum wohl? Einen Leber & Gallentee trinken, in die Koje gehen UTC 00:15 , vorher Zähne putzen, UTC 06:00 wieder aufstehen Wache, 0,5 Liter Apfelsaftschorle trinken, Blog schreiben, nen Gingertee mit Limone trinken und den Rest bayerischen Kartoffelsalat von gestern, Verzeihung jetzt vorgestern verspeisen, und ……

Apfelschorle

Apfelschorle

Ende Logbucheintrag Erdenzeit UTC 07:50

By Stefan
Schlafen, was ist das, wo gehen wir hin wenn wir schlafen? Schlafen ist der kleine Tod. Der Schlaf umschließt jedes einzelne Atom meiner Existenz. Unser Bewusstsein ist dann auf der Alpha Ebene. Im Schlaf haben wir Träume in denen wir unsere Erlebnisse verarbeiten. Wir schlafen viel auf blu:kat. Der Rhythmus um die Wachen, der Zeitzonen die wir durchsegeln fordert Entspannung. In meiner Koje liegend, lese ich. Die Augen werden schwerer, kleine Bleigewichte ziehen nach unten. Das Blei siegt, wie eine schwere Falltür fallen sie zu.
Unantastbare Ruhe und Stille zerstreuen Sorgen und Leid. Gedanken driften dahin, Meeresalgen gleich, verschwinden in der fernen grauen Schläfrigkeit, unbemerkt und vage. Der Körper sinkt tiefer hinab, das teilnahmslose Herz schlägt schwach, und manchmal wispert noch ein Atemzug. Dumpfes Nichts lähmt die Glieder und ich gleite immer tiefer und weiter hinunter ins vergessen, die vollkommene Betäubung. Eine kleine Welle die mich nach oben spült wie Blasen in einer Lagune. Langsam tauche ich wieder auf, Atmend spüre ich die Decke nehme wahr. Wache oder träume ich? Was erinnere ich? War es ein Traum habe ich es erlebt, ich fühle mich entspannt, Energie geladen freue mich auf den nächsten Tag vom Rest meines Lebens.

POS 12:00 UTC: 13 10,514N und 058 12,978W
Wind 075 7Kn, KÜG 250, FÜG 3-4Kn (Gr + Ge)
Etmal 114sm

Dez.

10

Tag 22 – Sa, 10.12.11

POS 00:00 UTC: 13 36,893N und 055 16,872W
Wind 150 2Kn, KÜG 250, FÜG 5Kn (unter Motor)
Etmal 109sm

By Michael
Wir suchen den Wind. Und wenn wir auf die See hinausschauen, glauben wir es nicht, dass das der Atlantik sein soll. Sieht eher aus wie Tonteichbad in Wohltorf. Die Wetterfaxe, die der Skipper zweimal am Tag empfängt, zeigen für unser Gebiet nur eine schwach bis mäßige Brise. Bei Euch in der Nordsee tobt z.Zt. ein Sturm mit Orkanstärke. Wir nehmen Euch gerne etwas Wind ab.

WetterkarteA

WetterkarteA

Auf jeden Fall haben wir gestern versucht, zu segeln. Nach dem Frühstück wurden bei 10Kn Wind Genua und Groß gesetzt. Im Laufe des Tages wurde der Wind aber immer weniger, so dass am frühen Nachmittag erst die Genua wieder runterkam und zwei Stunden später auch das Groß eingeholt wurde. Aber… die Stimmung an Bord ist gut. Proviant und Getränke sind noch ausreichend vorhanden (mit Ausnahme der Butter), also wir können es noch eine Weile aushalten.

By Rainer
Logbucheintrag Erdenzeit UTC 05:03
Im Vorfeld der Reise habe ich mich gedanklich immer nur mit Stürmen beschäftigt. Nun, bewegtere See hatten wir ja auch schon. Doch die Herausforderungen einer Flaute sind eine neue Erfahrung. Fast 35 Grad Höchsttemperatur hatten wir am Freitag. Die Suche und Überlegung nach einem Platz im Schatten mit eventuellem Lufthauch bestimmt den Tag. Morgens im Trapez bevor es zu heiß wird über den iPod noch einen MBSR Body Scan. Doch dann, lang lebe der Kühlschrank und der Vorrat am besten isotonischen Getränk der Welt: Apfelsaft mit Selters. Gegenüber dem Landaufenthalt bietet die Hitze auf See den großen Vorteil der Sauberkeit. Wir kennen keine Mosquito, keine Fliegen, keine Müll- und Pommes Frites Buden Gerüche. Allerdings auch keinen angenehmen Anblick von eingeölten Damen wie an der Copacabana : Der Motor schnurrt. Was für ein schönes Geräusch. Wir werden ankommen und Palmen sehen.

Palmenstrand

Palmenstrand

Meine Wache im gleißenden Mondlicht ist kühl und surreal. T- Shirt? Ich weiß zu Tages- und Nachtzeit nicht mehr was das ist. Wozu auch? Es sind 28 Grad draußen auf Deck jetzt. Durst habe ich. Herrlich den kann ich besänftigen.
Ende Logbucheintrag Erdenzeit UTC 05:20

By Stefan
Ein heiteres Momentum vermittelt uns unser heiterer Mitsegler aus Frohnau, bevorstehendes bestmöglich planbar und strukturierbar zu machen. Bestimmt durch die innere Uhr sie mit den Wachplänen UTC in Einklang zu bringen, genügend Schlaf zu organisieren, dabei sich auf die bevorstehende Barbados Zeit einzustellen diesen Umstand fortwährend mit der Real Time in Deutschland ab zu gleichen, um verwirrt bei der Feststellung zu enden, dass er nur eine Uhr am Arm trägt. Irgendwie ist was dran, und wir sind schon alle etwas Bluna in der Birne. Vielleicht ist es nur die Hitze, die bei jedem von uns seltsame Blasen aufsteigen lässt. Alles wird gut, kommt Zeit kommt Bridgetown.

POS 12:00 UTC: 13 24,726N und 056 17,138W
Wind 080 5Kn, KÜG 260, FÜG 2,5Kn (Motor)
Etmal 103sm

Dez.

9

Tag 21 – Fr, 09.12.11
POS 00:00 UTC: 14 10,099N und 053 30,220W
Wind 060 3Kn, KÜG 250, FÜG 4,5Kn (unter Motor)
Etmal 97sm

By Michael
Man kann nicht Alles haben im Leben. Schlauer Spruch, trifft aber unsere Situation ganz gut. Nachdem uns das Anglerglück nach vielen Anläufen endlich hold war, haben wir die gestrige Mittgasmahlzeit so richtig genossen. Die Filets der Goldmakrele haben wir in einer schmackhaften Marinade eingelegt, gebraten und mit einem Spinatrissotto auf den Tisch gebracht. Uns fünfen hat es ausgezeichnet gemundet.

Goldmakrele frisch auf dem Tisch

Goldmakrele frisch auf dem Tisch

Die Kehrseite hat sich versteckt in der Positionsmeldung von 00:00 UTC. Da steht in Klammen „unter Motor“. Es ist kaum zu glauben, aber der Wind ist uns mitten auf dem Atlantik abhanden gekommen. Die Segel hingen nur noch schlaff an den Fallen und brachten keinen Vortrieb mehr in das Schiff. Konsequenterweise haben wir Genua und Groß geborgen und „tuckern“ nun mit besagten 4,5Kn in Richtung Barbados. Die Windvorhersage sagt für heute Nacht wieder östlichen Wind voraus, aber mehr als 5Kn Wind kommen da nicht heraus. Und das langt nicht, um die Segel zum stehen zu bekommen. Also müssen wir abwarten, was der heutige Tag so bringt.

By Rainer
Logbucheintrag Erdenzeit UTC 03:12
Jede Medaille hat zwei Seiten. Ich tendiere eindeutig dazu mich der positiven hinzugeben. Kein Wind und motoren heißt, dass wir mitten im Atlantik alles ausschalten können, ohne Fahrt in einer unendlichen Wasserfläche liegen und mit einem Kopfsprung vom Bugtrapez ins salzige Nass uns stürzen. Ich liebe diese Bäder. Hier habe ich keine Angst mich beim Kopfsprung zu verletzten, da der „Pool“ eine Tiefe von ca. 4000 Meter hat. Das Ganze dann auch noch mit Sonnenuntergang : Ein wenig Unterwasserfotografie der Ruderanlage und der plantschenden Crew erhöhen das Vergnügen.

Baden1

Baden1

Baden2

Baden2

Die Bugstrahlruder werden von Martin aktiviert und offerieren ein Whirlpoolgefühl beim schwimmen zwischen den beiden gigantischen Aluminiumrümpfen. Überhaupt das Schiff macht von der Wasseroberfläche gesehen einen sehr eindrucksvollen, stabilen und aerodynamischen Eindruck. Kaum ist die Sonne weg steht der fast Vollmond mit seinem Licht am Himmel. Mutter Erde ist sehr schön!
Ende Logbucheintrag Erdenzeit UTC 03:29

By Stefan
Dreizehn Schritte mache ich von Back- nach Steuerbord auf dem Achterdeck von blu:kat, wenden wieder dreizehn. Auf dem kleinen Kran hängt das Schlauboot wie ein Gemälde von Salvador Dali, erschlafft Luft los, zeitlos.

Schlauchbootreparatur

Schlauchbootreparatur

Es ist heiß heute, über dreißig Grad, wenig Wind. Wir motoren ohne Fock in den drei Stunden während die Batterien laden und die Waschmaschine läuft.
Der Himmel Wolkenlos, in der Ferne einige Kumulus wie in den Tropen üblich. Nach dem fetten Guss hat sich das Schiff mit Feuchtigkeit aufgeladen wie ein Schwamm, trocknet nun wie ein Feudel in der Sonne. Im Schatten des Großsegels finde ich Platz zu lesen, behalte das T-Shirt an. Kissen, Buch, Brille, Foto. Eine Lumix begleitet mich, ein gutes Investment die wunderbare Bilder macht. Die Crew liest, matt und zufrieden im Schatten des Achterdecks. Der Ozean, so weit, Minuten verschmelzen mit Stunden inmitten der endlos erscheinenden Zeit. Einige Delphine am Bug, zu schnell und verspielt für uns. Goldmakrelen in grüngoldenem Gewand hüpfen in der abendlichen Dünung. Ein Bad zum Schluss, wunderbar 29 Grad C ca. 400 Seemeilen vor Barbados 21:30 h UTC brummeln wir dem Wind entgegen.

By Michael
Es ist jetzt 08:30 UTC, also 05:30 lokaler Zeit. Ich stehe auf dem Steuerstand der blu:kat, wir motoren mit Kurs 250 Grad, mit Ausnahme der Generators ist es ruhig im Schiff. Recht voraus in Richtung 270 Grad geht langsam der Mond unter. Jetzt, zwei Tage vor Vollmond, leuchtet er schon fast in seiner ganzen Strahlkraft. Innerhalb kurzer Zeit verschwindet er hinter den Wolkenbänken am Horizont und beleuchtet noch für einen kurzen Moment die Szenerie aus dem Hintergrund. Dann ist es dunkel. Das kommende Schauspiel findet nun links achteraus statt. In Richtung 90 Grad sehe ich einen beleuchteten Streifen am Horizont. Wieder werden die Wolkenbänke im Hintergrund angestrahlt. Jedoch sieht es diesmal ganz anders aus, die Sonne mit ihrer Kraft zeichnet ganz andere Farben an den Horizont. Mit jeder Minute nimmt die Helligkeit zu und es sind mehr und mehr Wolken am Himmel erkennbar. Nach 1 œ Stunden erscheint die Sonne hinter einer Wolke, und ein neuer Tag beginnt.

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

So ein Schauspiel kannst Du nur auf dem Meer erleben. Weder im Land zwischen den Meeren noch in den Bergen am anderen Ende der Republik ist das möglich. Es fehlt die unbegrenzte Weite zum Horizont, dieser 360 Grad Rundumblick, der es Dir ermöglicht, das in Einem wahrzunehmen. Ich bin froh, dass die Besatzung noch schläft und ich mit mir allein bin auf dem Steuerstand der blu:kat. Ich bin dankbar, hier und heute (auf 13° 51N und 54° 16W) sein zu dürfen. Das ist einer der Momente, für die es sich gelohnt hat, diese Reise zu machen.

POS 12:00 UTC: 13 48,723N und 054 24,018W
Wind 115 7Kn, KÜG 260, FÜG 4,5Kn (Maschine)
Etmal 105sm