Juli

15

Der Regen gestern Abend im Saartal tat richtig gut, doch am Morgen war die Schwüle bereits zurück. Nach einem kleinen Frühstück brachten wir zunächst das Auto nach Sarreguemines. Am Yachtclub war allerdings noch niemand anzutreffen – dort sollte erst am Nachmittag Betrieb sein. Martin schaute sich den Schwimmsteg an und stellte fest, dass eigentlich nur ein einziger Liegeplatz zur Verfügung stand. Auf dem Rückweg mit dem Fahrrad entdeckte er jedoch noch zwei weitere Stellen, an denen wir eventuell anlegen können.
Anschließend radelten wir zurück zur Vlinder. Unterwegs knackte auch ich mit meinem E-Bike die Marke von 3000 Kilometern . Währenddessen beobachtete Martin noch einen Lastkahn in der Schleuse, bevor wir unsere Fahrt fortsetzten.


Gegen halb zwölf machten wir uns schließlich ganz gemütlich auf den Weg Richtung Sarreguemines. Nur vier Schleusen bergab lagen vor uns. Vorbei ging es an eher trostlosen Wohnsiedlungen direkt am Wasser, in denen einige Häuser zum Verkauf standen. Auch direkt vor der letzten Schleuse stand ein halb verfallener Gebäudekomplex, das war früher eine Mühle, die Mühle Bloch.


Nach rund drei Stunden erreichten wir den Stadthafen von Sarreguemines und legten dort an. Die Anlage wirkte allerdings etwas vernachlässigt. Ein netter, wenn auch ziemlich verpeilter Anlieger gab uns immerhin den Code für das Tor, damit wir später wieder auf den Schwimmsteg und zurück zum Boot gelangen konnten.
Und hier liegt auch immer noch das „Kreuzfahrtschiff“ Princess of the Sea.


Im Bürgeramt wollte Martin anschließend den Liegeplatz bezahlen, doch dort erklärte ihm die freundliche Mitarbeiterin, dass dieser Platz bereits belegt sei. Das dazugehörige Boot lag allerdings im Yachthafen – alles etwas verwirrend und kompliziert. Also fuhren wir weiter zur Capitainerie, wo der Hafenmeister schließlich meinte, wir sollten besser noch einmal umparken.Inzwischen wurde der Himmel immer dunkler und lautes Donnergrollen war zu hören. Ausgerechnet während dieser halben Stunde, in der wir den Liegeplatz wechselten, öffnete der Himmel seine Schleusen. Martin konnte zeitweise kaum noch etwas sehen. Doch wir schafften es gut bis in den Hafen, und kaum waren wir festgemacht, war das Unwetter auch schon vorbei. Plötzlich strahlte die Sonne wieder vom blauen Himmel, als wäre nichts gewesen.


Am Abend machten wir uns noch auf den Weg zum Leclerc. Dort konnten wir wieder einmal bei „Too Good To Go“ zuschlagen und brachten schließlich drei prall gefüllte Tüten mit zurück an Bord , das Abendessen war gesichert.

Juli

14

Um halb sechs morgens prasselten Regentropfen aufs Boot . Endlich Regen für die Natur! Leider blieb es nur bei einem kurzen Gewitter, und schon nach einer halben Stunde war der Spuk wieder vorbei. Vielleicht kennt ja jemand von euch eine gute Anleitung für einen wirkungsvollen Regentanz? Das wäre hier in der ganzen Region sehr notwendig.
Etwas später machten wir uns mit dem Auto auf den Weg Richtung Sarreguemines, wohin unsere nächste Etappe führen soll. Die Dörfer entlang der Strecke könnten unterschiedlicher kaum sein: Einige sind liebevoll gepflegt und wunderschön herausgeputzt, andere wirken dagegen eher schmucklos und verlassen und dann kam uns fast noch ein Güterzug entgegen.

In Zettingen an der Schleuse hat Martin das Auto abgestellt.
Zurück ging es anschließend mit den Fahrrädern am Wasser entlang. Auch der Kanal zeigt sich hier wieder von einer ganz anderen Seite. Viel Schilf säumt die Ufer, und auch hier sind die Folgen des Wassermangels deutlich sichtbar. Viele Radfahrer waren unterwegs – schließlich ist heute Feiertag in Frankreich.


Um elf Uhr , zurück auf dem Boot ,hieß es dann wieder: Leinen los! Erneut waren wir ganz allein auf dem Kanal unterwegs. Links und rechts leuchteten die frisch abgeernteten Felder in der Sonne, übersät mit riesigen Strohballen.

Aber auch Spuren der Geschichte begegnen einem hier immer wieder. Kleine Bunker mit Schießöffnungen rundherum erinnern an die Zeit zwischen 1932 und 1935, als sie zur Verteidigung des Herbitzheimer Staudamms errichtet wurden.


Kurz vor unserem Tagesziel lag am Ufer noch ein „Rasenmäher“ für den Kanal.

In Zettingen, kurz vor Sarreguemines, legten wir schließlich kurz nach drei an. Die Luft war drückend schwül und die Hitze kaum auszuhalten. Martin gönnte sich deshalb erst einmal eine Siesta auf dem Deck.
Am Abend machten wir noch einen Spaziergang durch das kleine Dorf Zetting, das allerdings nicht viel zu bieten hatte – mit einer Ausnahme: der Kirche mit ihrem ungewöhnlichen runden Glockenturm, wie man ihn nur im Saarland oder in Irland findet.


Kaum waren wir wieder zurück auf dem Boot, begann es erneut zu regnen. Doch auch dieses Gewitter war nur von kurzer Dauer und brachte leider nicht die erhoffte Abkühlung. Also blieb uns nichts anderes übrig, als den Ventilator laufen zu lassen.
Den Abend ließen wir wieder gemütlich ausklingen.

Juli

13

Heutewird es wieder eine lange Etappe von 21 Kilometern, daher wollten wir bereits um 8.00 Uhr morgens ablegen. Die Betonung liegt allerdings auf „wollten“.
Schon an der ersten Schleuse direkt hinter der Marina erwartete uns eine Überraschung: Die Ampel war ausgeschaltet. Martin rief kurzerhand bei VNF an und erfuhr, dass die Schleusen offiziell erst ab neun Uhr geöffnet werden. Also hieß es zunächst warten. Die Zeit vertrieben wir uns mit einer netten Unterhaltung mit einem Schweizer Bootsfahrer, der sich ebenfalls über die dunkle Ampel wunderte.
Doch VNF zeigte sich einmal mehr von seiner freundlichen und hilfsbereiten Seite und öffnete die Schleuse bereits um halb neun. Das war dann die erste von insgesamt sieben Schleusen, die uns auf dem Weg bergab Richtung Sarralbe erwarteten.


Der Schiffsverkehr war praktisch nicht vorhanden , lediglich zwei Mietboote begegneten uns auf der gesamten Strecke. Die anhaltende Hitze und Trockenheit setzen der Landschaft inzwischen deutlich zu. Wiesen und Felder färben sich langsam braun, und nur vereinzelt sieht man Störche im ausgedörrten Gras nach Nahrung suchen. Ein kleines Hindernis gab es dennoch: Mitten im Kanal lag ein Baumstamm quer über dem Wasserweg.


Kurz nach drei Uhr machten wir an der langen Kaimauer in Sarralbe fest. Nach einer gemütlichen Kaffeepause schwangen wir uns auf die Fahrräder und machten uns auf den Rückweg nach Mittersheim, wo Martins Auto stand.


Unterwegs wollten wir unbedingt noch einen Abstecher nach Harskirchen zur Moulin Roeser machen. Vor einiger Zeit hatten wir einen Fernsehbericht über die Mühle gesehen. Bereits im vergangenen Jahr waren wir hier gewesen, damals allerdings ohne Erfolg , die Mühle war geschlossen und eine Besichtigung nicht möglich.
Heute hatten wir mehr Glück: Der 71-jährige Besitzer persönlich führte uns durch die gesamte Mühle , bis hinauf unters Dach in den vierten Stock. Martins Augen leuchteten, denn die Maschinen dort sind allesamt über 100 Jahre alt. Herr Roeser erklärte uns geduldig die einzelnen Arbeitsabläufe und Maschinen. Man spürt sofort, wie viel Arbeit, Leidenschaft und Herzblut in diesem Familienbetrieb steckt. Rund 350 Tonnen Weizen werden hier jedes Jahr zu Mehl verarbeitet.


Ich erzählte ihm schließlich, dass Martins Boot ebenfalls über 100 Jahre alt ist und immerhin 100 Tonnen wiegt. Das konnte er kaum glauben. Wir verabschiedeten uns mit dem Versprechen, bei unserer Rückfahrt gerne noch einmal vorbeizukommen – am besten an einem Freitag, denn dann soll es dort die besten Flammkuchen der ganzen Region geben.


In den kleinen Dörfern entlang unseres Weges liefen bereits die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag am nächsten Tag. Die Hauptattraktionen sind traditionell die Feuerwerke am Vorabend. Fast jedes Dorf veranstaltet sein eigenes großes Feuerwerk.
Auch auf den Radwegen entlang des Kanals waren wir beinahe allein unterwegs.


Als wir schließlich wieder in Mittersheim ankamen, lag auf unserem Platz von den letzten beiden Tagen die „Tradition“, ebenfalls ein ehemaliges Frachtschiff, das zu einem Wohnschiff umgebaut wurde und über das bereits im Fernsehen berichtet worden war. Der Besitzer schaute aus dem Fenster, Martin kam mit ihm ins Gespräch und schon fachsimpelten die beiden über alte Schiffe und vergangene Zeiten.


Vielleicht treffen wir ihn ja noch einmal wieder.
Am späten Abend machten wir uns auf den Weg in die Stadt zum Festplatz. Dort herrschte eine ausgelassene Stimmung. Musik, Essen und Getränke sowie zahlreiche Stände und Attraktionen für Kinder sorgten dafür, dass scheinbar die ganze Stadt auf den Beinen war. Kurz vor elf Uhr kehrten wir aufs Boot zurück und hatten dort einen echten Logenplatz. Das Feuerwerk wurde direkt vor uns in den Himmel geschossen und spiegelte sich im Wasser wieder. Ein wunderschöner Abschluss für einen erlebnisreichen Tag.

Juli

12

Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehen , sofern die Winde wehen😃frei nach Gittes Lied von 1974. Und tatsächlich: Der Wind war da, der Badesee nicht weit entfernt. Doch als Martin die kleinen Kats inspizierte, stellte er ernüchtert fest: „Da müsste man aus drei einen machen.“ So desolat war ihr Zustand.


Auf Nachfrage erfuhren er, dass die kleinen Boote schon länger dort stehen und nicht mehr vermietet werden. Martin versuchte sein Glück noch an anderer Stelle, doch dort handelte es sich um den Segelclub Saarbrücken – und der vermietet seine Boote nicht. Wirklich schade, denn Martin hatte sich schon darauf gefreut, bei diesem Wind über den See zu rauschen.


Also machten wir einfach das Beste daraus. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen im Schatten und ich ging sogar ins Wasser , eine herrlich erfrischende Abkühlung bei den sommerlichen Temperaturen.
Gegen vier Uhr kehrten wir zurück aufs Boot. Dort gab es erst einmal Kaffee und Kuchen, eine Abkühlung per Schlauch und anschließend eine entspannte Siesta an Deck. Es war einfach herrlich , der Wind machte die Hitze viel angenehmer und sorgte für eine wunderbare Atmosphäre.


Am Abend begnügte sich Martin dann mit einem leckeren Eis mit frischen Früchten. Bei diesen Temperaturen genau das Richtige und der perfekte Abschluss für einen schönen Sommertag.

Juli

11

Da heute gute 30 Kilometer vor uns lagen, hieß es bereits kurz vor acht Uhr: „Leinen los!“
Unser Ziel war Mittersheim am Saarkohlekanal, eine kleine französische Gemeinde mitten im Grünen. Da Wochenende war, herrschte bereits am Vormittag reger Gegenverkehr auf dem Wasser. Auch auf den Radwegen entlang des Kanals waren zahlreiche Rennradfahrer und gemütliche Freizeitradler unterwegs.Einige Boote hatten sich schöne Plätze im Schatten gesucht und einfach mitten in der Natur festgemacht. Das ist einer der großen Vorteile der französischen Kanäle: Man darf und kann fast überall anlegen.

Unterwegs entdeckten wir kleine Häuschen mit liebevoll angelegten Gärten, aber auch die eine oder andere Bootsleiche, die halb auf Grund lag und langsam vor sich hin gammelte. Was wohl die Geschichten hinter diesen verlassenen Booten sind?


Inzwischen fahren wir durch das „Pays des Étangs“, das Land der Seen. Durch die anhaltende Hitze fehlt dem Kanal bereits etwas Wasser, die zahlreichen Seen der Region sind jedoch noch gut gefüllt. Die Uferböschungen dagegen waren schon ganz schön braun und trocken. Ab Mittag war bei den hohen Temperaturen kaum noch jemand unterwegs , als hätte jemand plötzlich den Schalter umgelegt.

Die Wege waren leer, die Kanäle ruhig und die Sonne heizte die Temperaturen auf.Außerdem stand heute ein kleiner Schleusenmarathon auf dem Programm: 13 Schleusen bergab mussten bewältigt werden.Kurz nach halb fünf erreichten wir schließlich die Marina in Mittersheim.

Nach einer wohlverdienten Kaffeepause schwangen wir uns direkt auf die Fahrräder und fuhren die 31 Kilometer entlang des Kanals zurück, um Martins Auto zu holen. Die Strecke schafften wir in anderthalb Stunden.Zurück auf dem Boot genossen wir unser Abendessen an Deck und ließen den langen und ereignisreichen Tag anschließend ganz entspannt ausklingen.

Juli

10

Der Morgen begann heute mit einem ungewöhnlichen Anblick, der sich eigentlich schon am Vorabend anbahnte. Die gesamte Kuhnle Marina war plötzlich grün gefärbt. Wahrscheinlich hatten sich über Nacht unzählige Wasserlinsen auf der Oberfläche ausgebreitet und den Hafen in einen grünen Teppich verwandelt. Dazu schien die Sonne, ein leichter Wind wehte – was will man mehr? Vielleicht noch ein leckeres Frühstück an Deck?
Gerade diese gemeinsamen Frühstücke gehören zu den schönsten Momenten an Bord. Mit netten Gästen bei herrlichem Wetter ein reichhaltiges Frühstück auf dem Deck zu genießen, hat einfach etwas Besonderes.


Bevor es weiterging, füllte Martin in der Marina noch einmal frisches Wasser auf. Dann hieß es wieder: Leinen los und Kurs auf … China? Nein, natürlich nicht. Unser Ziel war lediglich der exotische, fast genauso schwer auszusprechende Ort Xouaxange. Dieses Mal übernahm Helene souverän das Steuer und navigierte die Vlinder sicher durch die wunderschöne grüne Landschaft.
Gemächlich glitten wir durch die idyllische Kulisse. Unterwegs ging es auch über eine Brücke , beziehungsweise genauer gesagt fuhr der Kanal über die Straße. Schon verrückt, wenn man plötzlich mit dem Hausboot über den Autos unterwegs ist. Eine beeindruckende Ingenieursleistung ist das auf jeden Fall.

Langsam beginnen nun auch die riesigen Sonnenblumenfelder entlang der Strecke zu blühen. Die leuchtend gelben Blüten vor dem satten Grün der Landschaft bieten jedes Mal wieder einen herrlichen Anblick. Währenddessen genossen Ramona und Silvia die Fahrt ganz entspannt an Deck im Liegestuhl.


Heute stand nur eine kurze Etappe auf dem Programm. Schleusen gab es keine, denn wir befinden uns derzeit auf dem höchsten Punkt der Strecke. Nach etwa zweieinhalb Stunden erreichten wir den noch leeren Steg von Xouaxange.


Nach dem Anlegen machten sich Helene und Martin auf den Weg zurück nach Niderviller, um das Auto von Helene zu holen. In der Zwischenzeit verewigten sich Silvia und Ramona mit einem schönen Eintrag in unserem Gästebuch. Helene hatte einen netten Eintrag bereits am Vormittag geschrieben.
Dann kam leider der Moment, den man am liebsten überspringen würde: der Abschied von unseren Gästen aus der Schweiz. Die gemeinsame Zeit vergeht an Bord einfach immer viel zu schnell. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja irgendwann wieder – auf der Vlinder oder vielleicht sogar auf einem Katamaran irgendwo auf den Weltmeeren.


Den Rest des Tages verbrachten wir bei der großen Hitze ganz entspannt an Bord. Währenddessen legte die Madeleine an ihrem reservierten Platz an und ihre Gäste wurden bereits von einem Bus erwartet. Vermutlich ging es für sie weiter nach Sarrebourg, um das berühmte Chagall-Fenster zu besichtigen.
Ich ließ gleich die Waschmaschine laufen, bei den Temperaturen war die Wäsche im Nu trocken.
Den Abend ließen wir bei ein paar Snacks gemütlich ausklingen.

Juli

9

Wir parkten direkt unterhalb des Schräglifts in Arzviller. Schon früh am Morgen schien die Sonne und der Lift strahlte im schönsten Licht. Über dem Wasser zogen allerdings bereits die ersten Nebelschwaden auf , fast schon eine herbstliche Stimmung.
Den Tag begannen wir mit einem leckeren und reichhaltigen Frühstück auf dem Deck. Anschließend probierten Martin und Helene die Drohne noch einmal aus, um später beim Lift spektakuläre Aufnahmen machen zu können.


Schon bald war es soweit: Das Ausflugsschiff „Paris“ kam herunter und wir durften in den Schräglift einfahren. Helene ließ die Drohne starten, doch die Fahrt verzögerte sich, weil noch ein weiteres Boot zu uns in die Wanne fuhr. Für den Flug dauerte die Wartezeit zu lange, also holte sie die Drohne zunächst zurück und startete sie erneut, als wir oben angekommen waren. Leider machte uns ein Mitarbeiter des Lifts darauf aufmerksam, dass das Fliegen lassen dort verboten ist,also kehrte die Drohne wieder sicher an Bord zurück.


Danach tuckerten wir gemütlich weiter durch den Kanal bis vor den Tunnel. Dort hieß es erst einmal warten, denn von der anderen Seite kamen vier Boote entgegen. Langweilig wurde es uns dabei nicht, denn wir hatten Zuschauer am Ufer und kamen schnell mit ihnen ins Gespräch. Sie befanden sich gerade auf der Rückreise nach einem vierwöchigen Frankreich-Urlaub.
Währenddessen machten es sich Helene, Ramona und Silvia vorne auf dem Bug für die lange Tunneldurchfahrt gemütlich. Gemächlich fuhr die Vlinder durch den rund 2,5 Kilometer langen Tunnel. Für die Boote hinter uns bedeutete das ebenfalls gemütliche 4 km/h – schneller ging es schließlich nicht.


Im zweiten, kürzeren Tunnel wartete dann noch eine kleine Herausforderung auf uns: Ein etwa zwei Meter langer Baumstamm hatte sich quer über den Bug gelegt und wurde von uns zunächst vor uns hergeschoben. Schließlich musste Martin selbst eingreifen, denn ich konnte das gute Stück bei voller Fahrt nicht bewegen.


In Niderviller fanden wir einen freien Platz und legten an dem uns bereits bekannten Schwimmsteg an.

Wir Mädels machten uns sofort auf den Weg zur Chèvrerie, um den leckeren Ziegenkäse zu besorgen. Nach Kaffee und Kuchen fuhren wir weiter nach Sarrebourg. Helene, Ramona und Silvia wollten unbedingt das berühmte Chagall-Fenster und das Museum besichtigen, während ich draußen die Zeit genoss und auf sie wartete. Begeistert kamen die drei später wieder heraus.


Anschließend mussten noch Grillsachen eingekauft werden, denn in der Marina gibt es einen kleinen Grillplatz, der sich dafür geradezu anbietet. Der kleine Carrefour in der Stadt hatte zum Glück fast alles, was wir für unser Abendessen brauchten. Da es mittlerweile recht heiß geworden war, beschlossen wir, zum Boot zurückzukehren.
Helene und Martin fuhren mit ein Auto schon einmal nach Xouaxange voraus. Währenddessen bereitete ich die Zutaten fürs Grillen vor: Fleisch wurde eingelegt, die Crème fraîche gewürzt und der Salat geschnippelt. Später heizte Martin den Grill an. Inzwischen hatte sich die Marina, wie so oft am Abend, gut gefüllt. Viele Boote kamen an, einige mussten jedoch weiterfahren, weil kein Platz mehr frei war.


Wir ließen uns unser leckeres Abendessen mit Steaks, Burgern, Würstchen und Grillkäse samt vieler Beilagen schmecken. Zum krönenden Abschluss zauberte Helene noch einen Nachtisch mit frischen Erdbeeren, Sahne, Meringen und dem in Rum eingelegten Gugelhupf aus Straßburg.
Gut gesättigt spielten wir anschließend zwei herrlich lustige Runden Wizard. Ich glaub, auch Ramona haben wir mit dem Wizard Fieber infiziert. Danach probierten wir noch die „Guilty Pleasure“-Version von Hipster aus. Alles in allem war es wieder ein rundum gelungener und erlebnisreicher Tag auf dem Wasser.

Juli

8

Ramona und Silvia gehören ebenfalls zu den Frühaufstehern. Nach ihrem ersten Kaffee begleiteten sie mich zum Bäcker, wo wir uns allerlei leckere Sachen für das Frühstück aussuchten. Anschließend machten die beiden noch einen kleinen Spaziergang durch den Ort, während ich zurück aufs Boot ging und das Frühstück vorbereitete.
Helene ist von unserem Törn in der Südsee schöne Fruchtplatten zum Frühstück gewohnt. Deshalb zauberte ich heute statt Obstsalat eine lustig angerichtete Fruchtplatte. Die sorgte prompt für Erinnerungen an Palmen, Sonne und türkisblaues Wasser. Für einen kurzen Moment lag die Vlinder gedanklich vor Bora Bora.


Danach machten sich Helene und Martin gemeinsam auf den Weg zum Gemeindeamt, das auch für den langen Kai und die Marina zuständig ist. Martin hatte eine Frage und Helene übernahm freundlicherweise das Dolmetschen für ihn. Vielen Dank dafür 💖
Später besuchten unsere Gäste noch einen Glasschleifer sowie den Künstler, der Dachziegel bemalt. Beim Letzteren wurde Helene sogar fündig und nahm eine schöne Erinnerung mit.
Als schließlich alle wieder an Bord waren, hieß es „Leinen los! Heute stand allerdings nur eine kurze Etappe mit vier Schleusen auf dem Programm. Die Landschaft wurde wieder felsiger, blieb aber genauso grün und waldreich wie zuvor.


Zwischendurch übernahm Slivia das Ruder, auch als es mal ziemlich eng wurde schlängelte sie sich elegant mit der Vlinder hindurch.

Auf dem Wasser war einiges los und als wir unterhalb des Schrägaufzugs ankamen, war nur noch der Liegeplatz für die großen Passagierschiffe frei. So voll haben wir diesen Platz tatsächlich noch nie erlebt. Für den Nachmittag und die Nacht passte der Platz, da weder die Madeleine noch die Jeanine im Anmarsch waren.

Vor dem Nachmittagskaffee schauten wir noch bei den Glasbläsern vorbei. Dort war es heute allerdings besonders warm, denn die Öfen liefen auf Hochtouren.


Nach dem Kaffee und Kuchen machten sich Helene und Martin mit den E-bikes auf den Weg zurück nach Lutzelbourg, um die Autos zu holen. Diese haben sie dann nach Niderviller vorausgefahren und kamen anschließend über den alten Schleusenweg wieder zurück zum Boot.
Silvia und Ramona nutzten die anderen Fahrräder, um ebenfalls den alten Schleusenweg zu erkunden und das „Valle des Éclusiers“ kennenzulernen. Die beeindruckende Schleusentreppe bestand aus insgesamt 17 Schleusen auf einer Strecke von nur 3,8 Kilometern und ermöglichte es früher, einen Höhenunterschied von 44,55 Metern zu überwinden.
Das Tal ist ein beeindruckender Zeuge der intensiven Fluss- und Industrieaktivität des 19. Jahrhunderts. Seit der Inbetriebnahme des Schiffshebewerks von Arzviller im Jahr 1969 ist die Schleusentreppe für die Schifffahrt geschlossen. Heute ist dieser besondere Ort ein Paradies für Wanderer, Radfahrer, Kletterer sowie Natur- und Kulturliebhaber. Als Rad- und Wanderweg angelegt, lässt sich das Tal der Schleusenwärter wunderbar zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden.


Am späten Nachmittag wurde dann erst einmal ausgiebig gechillt und die Seele baumeln gelassen, bevor ich in der Küche das Abendessen vorbereitete. Es gab zweierlei Tortellini , da Ramona Vegetarierin ist, mit Tomatensoße und zum Nachtisch eine leckere Mousse au Chocolat.
Helene hatte außerdem ihre Drohne dabei. Nach dem Abendessen ließen sie und Martin diese noch in Richtung Schrägaufzug aufsteigen. Die beiden möchten morgen unsere Fahrt mit dem Lift filmen, ja, die Vlinder fährt morgen wieder Aufzug. Zu viert spielten wir noch zwei lustige Runden Wizard, Silvia war müde und verabschiedete sich in ihre Kabine.

Juli

7

Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir entspannt in den Tag. Zunächst gab es noch eine kleine Planänderung: Unsere Gäste wollten in der Früh die Hexengrotte besuchen. Dieser Ausflug wurde jedoch kurzerhand auf den Nachmittag verschoben. Martin füllte noch den Wassertank auf, danach machten wir uns schließlich auf den Weg.

Unsere Fahrt führte uns zunächst am wunderschönen Stadtschloss Rohan und am Hafen von Saverne vorbei. Vor der großen Schleuse hieß es dann erst einmal warten. Nach etwa zehn Minuten war es soweit und wir waren dabei fast die eigentliche Attraktion. Zahlreiche Zuschauer hatten sich oben am Geländer versammelt und verfolgten gespannt, wie wir geschleust wurden.
Rund zwanzig Minuten später ging die Fahrt weiter zu unserem Ziel Lutzelburg. Auf dieser Strecke warteten noch acht weitere Schleusen auf uns. Der Kanal schlängelte sich durch eine herrliche, waldreiche Landschaft , eine wunderschöne Kulisse für unsere Gäste.


Nach den ersten zwei oder drei Schleusen hatte Helene den Ablauf aufmerksam beobachtet. Dann überließ ich ihr die Aufgabe und sie meisterte sie mit Bravour. Unterwegs fischten wir sogar noch einen Fender eines Mietbootes aus dem Wasser. Auf dem Kanal war heute richtig viel Betrieb. Unzählige Boote kamen uns entgegen, was den angenehmen Nebeneffekt hatte, dass die Schleusen für unsere Einfahrt meist schon vorbereitet waren. Helene war dabei eine große Hilfe und hatte die Handgriffe in der Schleuse schnell verinnerlicht.
In Lutzelburg angekommen, erwartete uns ebenfalls reger Betrieb. Viele Boote lagen bereits am Kai und auch wir fanden an der langen Ufermauer einen Liegeplatz. Anschließend machten sich Helene, Martin und Ramona mit den Fahrrädern auf zurück nach Saverne, um die Autos nach Lutzelburg zu holen. Danach hatten wir uns den wohlverdienten Kaffee und Kuchen wirklich verdient.
Unsere Gäste wollten anschließend noch die Felsenhäuser in Graufthal und die geheimnisvolle Hexengrotte Le Sourciere besichtigen. Martin und ich kannten die Felsenhäuser bereits von einem früheren Besuch, deshalb blieben wir an Bord.
Derweil stellte Martin den aktuellen Blog online und ich bereitete das Abendessen vor. Kurz vor halb acht kamen Helene, Ramona und Silvia wieder zurück und schwärmten von den Grotten, die sie besichtigt haben.
St.Vit, Le Sourciere und eine Feengrotte. Die Fotos waren jedenfalls echt toll.


Nach dem Abendessen spielten wir endlich wieder mal eine Runde Wizard bis es zu dunkel wurde. Helene , Ramona und Silvia waren müde vom Ausflug und Martin und ich spielten danach noch zwei Runden Backgammon.

Juli

6

Heute Morgen haben wir noch einmal das ganze Boot auf Vordermann gebracht und die Kabinen für unsere Gäste vorbereitet. Martin hat die Schubladen ausgetauscht und vorne am Bug die Sitzbank wieder zusammengebaut. So war alles bereit für den neuen Besuch mit bekannten Gesichtern.
Mittags sind wir zu einem Restaurant gelaufen, um für den Abend einen Tisch zu reservieren.

Auf dem Rückweg entdeckten wir unsere Schweizer Gäste auf einer schattigen Bank , was für eine schöne Überraschung! Nach einer herzlichen Begrüßung nahmen wir Helene, ihre Mama Silvia und ihre Nichte Ramona direkt mit an Bord. Zuvor holten wir noch ihre Einkäufe aus dem Auto.
Nachdem alles verstaut war, genossen wir Kaffee und Kuchen an Deck. Dabei erzählten unsere Gäste von ihren Erlebnissen in Straßburg. Anschließend erklärte Martin alles Wichtige rund ums Boot , von den Kabinen über Fenster, Licht und Ventilatoren bis hin zu den kleinen Besonderheiten der Vlinder.


Danach machten wir uns mit Helenes Auto auf den Weg zum Chateau du Haut Barr. Die beeindruckende Burg thront auf rund 470 Metern Höhe über dem bewaldeten Tal der Zorn und wird nicht umsonst das „Auge des Elsass“ genannt. Heute hatten wir eine fantastische Fernsicht und konnten sogar bis nach Straßburg blicken.Natürlich erkundeten wir die gesamte Anlage, überquerten schwindelfrei die berühmte Teufelsbrücke und genossen die herrlichen Ausblicke. Anschließend spazierten wir weiter zur Ruine Groß Goldseck. Die Burg wurde einst zum Schutz der Abtei Maursmünster erbaut und liegt auf einem steil abfallenden Felsplateau. Noch heute beeindrucken die mächtigen Ringmauern, die Reste der ehemaligen Vorburg und der teilweise vollständig erhaltene Bergfried, der eindrucksvoll von der einstigen Größe der Anlage erzählt.

Auf unserem Weg kamen wir außerdem an der historischen Telegrafenstation Chappe vorbei. Sie gehörte zur ehemaligen optischen Telegrafenlinie zwischen Paris und Straßburg und wurde am 31. Mai 1798 als 48. von insgesamt 52 Relaisstationen in Betrieb genommen. Ursprünglich stand der Turm in der Nähe der Teufelsbrücke auf dem Gelände des Château du Haut-Barr. Weil der Zugang dorthin jedoch zu gefährlich war, wurde er bereits 1810 an seinen heutigen Standort versetzt. Bis 1852 blieb die Station in Betrieb, bevor die optische Telegrafie durch die elektrische Verbindung zwischen Paris und Straßburg ersetzt wurde.


Und dann sind wir noch ein bisschen weiter durch den Wald zur nahegelgenen Burgruine Geroldstein.Mit vielen schönen Eindrücken kehrten wir schließlich zur Vlinder zurück.

Am Abend gingen wir in ein kleines, gemütliches Restaurant direkt an der Zorn, wo wir uns ein leckeres Essen schmecken ließen.
Den Ausklang fand dieser herrliche Tag an Deck der Vlinder.

Bei angenehmen Temperaturen saßen wir noch eine Weile zusammen, plauderten und ließen die vielen Erlebnisse Revue passieren. Doch nach diesem langen und abwechslungsreichen Tag fielen schließlich alle müde, aber glücklich, in ihre Kojen.

Juli

5

Zuerst gabs ein gemütliches Frühstück und dann stand für Martin erst einmal ein frischer Haarschnitt auf dem Programm. Anschließend brachte er das Auto nach Saverne und erkundigte sich dort gleich nach dem reservierten Liegeplatz, an dem wir später mit dem Boot festmachen können. Mit dem Fahrrad ging es dann wieder zurück und schon konnten wir ablegen.Heute fuhren wir zum letzten Mal in dieser Saison die schöne Strecke nach Saverne.

Auf dem Weg warteten noch einige Schleusen bergauf auf uns, die wir inzwischen ganz routiniert angehen – doch vorher muss man an der Strippe ziehen.

Das Wetter zeigte sich heute von seiner launischen Seite. Dunkle Wolken zogen über uns hinweg und der Wind blies ordentlich. Zum Glück brachte er auch eine herrlich angenehme Abkühlung.


Perfektes Wetter also für Spaziergänger und Radfahrer entlang des Kanals. So hatten wir in den Schleusen immer wieder interessierte Zuschauer, die unser Schleusenmanöver verfolgten. Es macht einfach Spaß, wenn man dabei mit einem freundlichen Winken begrüßt wird.


In Saverne angekommen und sicher am reservierten Liegeplatz festgemacht, gönnten wir uns erst einmal Kaffee und Kuchen . Anschließend war Martin noch ein wenig am Werkeln und erledigte mit den mitgebrachten Sachen ein paar kleine Arbeiten am Boot.


Ich kümmerte mich währenddessen um die Kabinen, denn morgen freuen wir uns auf Besuch aus der Schweiz. Die Vorfreude ist groß, da Helene schon öfter mit Martin gesegelt ist. Ich habe sie im Januar kennen gelernt und freu mich deswegen riesig, sie wiederzusehen. Sie kommt mit Mama und Nichte und fährt ein paar Tage auf der Vlinder mit.

Juli

4

Nach einer wunderschönen Urlaubswoche zu Hause ging es heute wieder zurück nach Dettwiller auf die Vlinder. Das Auto war voll beladen . Martin hatte sich während meiner Abwesenheit mal wieder ausgiebig bei Amazon inspirieren lassen, sodass einiges mit an Bord musste.
Schon die Fahrt nach Frankreich war herrlich. Überall zeigte sich der Sommer von seiner schönsten Seite. Viele Felder waren bereits abgeerntet und mit riesigen Strohballen übersät – ein richtig schönes Sommerbild. In Frankreich haben inzwischen die Sommerferien begonnen, doch zum Glück rollte der Ferienverkehr überwiegend in die andere Richtung. So kam ich ganz entspannt und pünktlich zur Kaffeezeit bei strahlendem Sonnenschein auf der Vlinder an
Nach dem Ausladen gab es erst einmal eine gemütliche Kaffeepause mit frischem Johannisbeerkuchen, den ich von zu Hause mitgebracht hatte.


Anschließend zeigte mir Martin voller Stolz, was er in der vergangenen Woche alles geschafft hatte. Das Geländer wurde noch einmal gründlich abgeschliffen und neu lackiert , jetzt sieht es wieder richtig schick aus. In der Bugkabine hat er unter dem Schreibtisch praktische Türchen eingebaut, in der Küche den Boden weiter abgeschliffen und nebenbei noch viele kleinere Arbeiten erledigt. Zum Abschluss bekam die Vlinder auch gleich noch eine gründliche Dusche mit dem Wasserschlauch, dass wieder alles sauber und staubfrei war.


In den nächsten Wochen stehen noch einige weitere Verschönerungen an. In den vorderen Kabinen werden neue Lampen und Lichtleisten eingebaut, außerdem bekommt der eine oder andere Bereich noch einen frischen Anstrich. Lasst euch überraschen, wenn alles fertig ist, gibt es natürlich wieder Fotos.
Den Abend ließen wir schließlich ganz entspannt bei leckeren Rippchen mit Zucchinigemüse und Tomatensalat ausklingen. In der Ferne gab’s später noch ein schönes Feuerwerk.

Juni

25

Bevor die große Hitze kommt, haben wir gleich in der Früh das Auto nach Dettwiller vorausgefahren und sind mit den Rädern wieder zurück nach Hochfelden gefahren. Die Blogleser kennen den Platz kurz vor Saverne ja bereits. Dort haben wir unser Sonnendach genäht, Gäste eingesammelt und Martin bleibt die nächste Woche hier liegen, weil die Vlinder eine kleine Pause einlegt, bevor die nächsten Gäste aus der Schweiz kommen.


In Hochfelden auf dem Boot hieß es wieder Leinen los. Heute hatten wir unterwegs endlich einmal wieder das Glück, eine Entenfamilie zu entdecken. Letztes Jahr waren hier noch viele unterwegs, doch heuer haben wir bislang kaum welche gesehen. Auch die Schwäne, die sonst oft auf diesem Abschnitt anzutreffen sind, lassen sich bisher nicht blicken.

Es ist wenig los auf dem Wasser, daher war der Gegenverkehr eine Abwechslung , einmal auf dem Wasser und einmal an Land. Auf dem Kanal kam uns ein schwer beladener Kies- beziehungsweise Sandfrachter entgegen, während neben uns die Eisenbahn vorbeirauschte. Die Gleise verlaufen hier direkt am Kanal, und wenn ein Zug vorbeifährt, wird es ganz schön laut. Das zischt nur.


Auf den nur neun Kilometern bis zum Tagesziel passierten wir heute vier Schleusen bergauf . Dazu brannte die Sonne schon kräftig vom Himmel. Meine Blumen und Kräuter haben sich bisher prächtig entwickelt, und ich hoffe sehr, dass sie die kommenden heißen Tage noch gut überstehen. Zum Wochenende soll es endlich etwas abkühlen , das würde nicht nur den Blumen guttun.


Es war zwar nur eine kurze Etappe, aber bei diesen Temperaturen durchaus anstrengend. Nun freuen wir uns auf einen ruhigen Abend und auf ein wenig Abkühlung in den nächsten Tagen.

Juni

24

Der Tag begann mit dem Abschied von Richard und Andrea. Nach dem Frühstück machten sie sich auf den Heimweg, damit sie der größten Mittagshitze entgehen konnten. Schön war es wieder mit den beiden. Das nächste Mal sehen wir uns auf Zanzibar.

Anschließend schwangen wir uns auf die Fahrräder und fuhren nach Brumath. Die Stadt hat typisch elsässischen Charakter mit deutsch-französischer Geschichte und Kultur. Brumath ist einer der wenigen Orte im Elsass, in denen eine mehr als 6000 Jahre währende Siedlungsgeschichte nachgewiesen ist . Wer sich dafür interessiert, kann die nette kleine Stadt mal googeln. Dort schlenderten wir ein wenig durch die Altstadt. Die vielen hübschen Fachwerkhäuser verleihen dem Städtchen einen ganz besonderen Charme.


Zurück auf dem Schiff hieß es dann: Leinen los! Kaum waren wir unterwegs, kamen uns zahlreiche Radfahrer entgegen. Viele von ihnen winkten uns freundlich zu. Martin antwortete natürlich mit einem Hupen, was bei den Radlern immer für Freude sorgt.
An der ersten Schleuse saßen die bekannten älteren Herren unter den schattenspendenden Bäumen. Sie begrüßten uns wieder herzlich . Einer von ihnen war früher Frachtschiffer und ist sogar bis nach Rotterdam gefahren, wie er Martin bereits gestern erzählt hatte. Solche Begegnungen machen die Fahrt auf dem Kanal immer wieder besonders.
Unterwegs entdeckten wir dann einige Jungs, die von einer Brücke ins Wasser sprangen. Auch sie winkten und grüßten freundlich. Bei den Temperaturen kann man die Lust auf eine Abkühlung natürlich verstehen. Allerdings wäre das Kanalwasser nicht unbedingt meine erste Wahl für einen Sprung ins kühle Nass.


Vor uns lagen heute fünf Schleusen bergauf. Angesichts der anhaltenden Hitze denkt man unweigerlich an Wasserknappheit. Umso erstaunlicher ist es, wie viel Wasser hier durch die Schleusen fließt, teilweise scheint es, dass sie fast überlaufen. Die heutige Strecke führte uns durch eine idyllische Landschaft mit viel Grün, weiten Feldern und immer wieder hübschen kleinen Dörfern in der Ferne.


Unser Sonnendach hat sich übrigens als echtes Multitalent erwiesen. Nicht nur, dass es angenehmen Schatten spendet – als Wäschetrockner funktioniert es ebenfalls hervorragend. Bei diesen Temperaturen ist die frisch gewaschene Wäsche im Handumdrehen wieder trocken.


Angelegt haben wir wieder an dem Anliegeplatz in Hochfelden. Da es aber so heiß war , haben wir heute nicht mehr viel unternommen. Am späten Nachmittag hielt ein erschöpfter Radfahrer neben dem Boot und fragte , ob wir Wasser hätten, ob er seine beiden Flaschen auffüllen dürfe. Na klar, ich gab ihm eine große Flasche aus dem Kühlschrank. Da war er sehr dankbar. Er erzählte, dass er 200km am Tag fährt und am Samstag müsse er in Brügge sein. Schon ein bisschen wahnsinnig bei knapp 40 Grad.
Den Abend ließen wir ganz locker ausklingen und genossen die schöne Abendstimmung.

Juni

23

Heute Morgen wurde das Frühstück wieder außerhalb des Bootes genossen. Unter schattenspendenden Bäumen auf einer gemütlichen Bank ließen sich Andrea und Richard das herzhafte Frühstück schmecken.


Währenddessen rührte ich noch schnell einen Biskuitteig für einen Erdbeerkuchen an. Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Brasserie Meteor, deren Besichtigung wir eigentlich schon am Vortag geplant hatten. Bereits der Empfang war ausgesprochen herzlich, und eine freundliche Mitarbeiterin erklärte uns sogar auf Deutsch die einzelnen Stationen der Führung.
Gleich zu Beginn wuchsen meterhohen Hopfenstauden. Auch der Biergarten ist wunderschön angelegt und liegt unter dem Schatten alter Bäume. Die verschiedenen Schritte des Brauprozesses wurden anschaulich erklärt – teilweise sogar mit Filmen und deutschen Untertiteln. Von der Hopfenblüte über das Brauen bis hin zur Flaschenabfüllung und Etikettierung konnten wir den gesamten Weg des Bieres verfolgen. Das war wirklich sehr interessant.


Das eigentliche Highlight wartete jedoch am Ende der Besichtigung: die Bierverkostung. Nicht weniger als elf verschiedene Biersorten konnten probiert werden – und das sogar ohne Mengenbegrenzung. Schade eigentlich, dass es noch Vormittag war, sonst hätten Martin, Richard und Andrea vielleicht etwas ausgiebiger getestet. Andererseits war es wahrscheinlich genau richtig so.


Zurück an Bord belegte ich den Erdbeerkuchen für den Nachmittag fertig und bereitete noch einige Snacks für unsere Gäste vor. So eine Bierprobe macht schließlich hungrig.
Dann hieß es wieder: Leinen los. Andrea und Richard genossen zuerst unser Sonnensegel vorne am Bug, bevor sie sich oben unter den Sonnenschutz gesetzt haben um wenigstens ein bisschen Fahrtwind zu erhaschen. Links und rechts vom Kanal wurde fleißig gedroschen. Gut für die vielen Störche die frische Futter fanden. Zudem sahen wir heute auch zum ersten Mal ein Hopfenfeld, vielleicht ist uns das vor dem Brauereibesuch auch noch nie so aufgefallen.


Kurz nach der Schleuse Nr. 44 machten wir einen kurzen Halt für die Kaffeepause mit dem leckeren Erdbeerkuchen mit Sahne, denn wir hatten noch ein Stück vor uns.
Nach dem Aufräumen ging es auch gleich weiter, bis wir kurz vor fünf in der Nähe von Brumath an einer schönen Waldanlegestellen festmachten für die Nacht. Richard und Martin fuhren mit den Rädern die 11 km am Kanal entlang zurück, um Richards Auto zu holen. Martin ließ sein Auto in Hochfelden stehen, weil wir morgen die Strecke wieder zurückfahren. Hier auf dem Platz kann Martin die Vlinder gut drehen.


Zum Abendessen gab’s nochmal Brotzeit, da niemand bei der Hitze richtig Hunger hatte. Danach kniffelten wir noch zwei Runden und genossen den schönen Abendhimmel, bevor wir in unsere Saunakabinen verschwanden.

Juni

22

Nach einem leckeren Frühstück unter den schattigen Bäumen legten wir wieder ab und nahmen Kurs auf Straßburg. Auf dem Weg mussten wir drei Schleusen bergab passieren. Für eine kleine Pause steuerte Martin den Rastplatz mit dem kuriosen Namen „Le Fleischwurst“ an. Natürlich habe ich gleich versucht herauszufinden, woher dieser Name stammt. Nach einer ausgiebigen Recherche musste ich allerdings feststellen: Das Geheimnis bleibt vorerst ungelüftet .Stattdessen wurde empfohlen, sich an den Heimatverein oder das Ortsarchiv zu wenden.


Derweil machten sich Martin und Richard mit den Fahrrädern auf den Weg zurück nach Dettwiller, um die Autos bereits nach Hochfelden zu bringen. Dort wollten wir nach dem Anlegen die Brauerei Meteor besichtigen. Andrea und ich blieben im Schatten am Rastplatz zurück.


Die Brasserie Meteor in Hochfelden ist eine echte Institution der französischen Bierkultur. Sie gilt als die älteste Brauerei Frankreichs, die noch immer an ihrem ursprünglichen Standort produziert. Gegründet wurde sie bereits im Jahr 1640 und befindet sich bis heute in Familienbesitz – inzwischen in der achten Generation der Familie Haag.
Leider stellte sich vor Ort heraus, dass die Brauerei montags geschlossen ist , ganz anders, als es im Internet angegeben war. Also wurde kurzerhand umgeplant: Statt Brauereibesichtigung gab es Kaffee und Rhabarberkuchen an Bord.
Unser Liegeplatz bot erneut Sitzmöglichkeiten im Schatten großer Bäume. Bei hochsommerlichen Temperaturen von 36 Grad war das genau das Richtige . Dort genossen wir später auch unser Abendessen und wurden dabei immer wieder freundlich von vorbeikommenden Spaziergängern und Radfahrern gegrüßt, die trotz der Hitze unterwegs waren.
Am Abend versuchte Martin noch, das Boot mit Wasser etwas herunterzukühlen. Wirklich viel brachte das allerdings nicht, weil sich das Wasser vom Kanal natürlich auch erwärmt hat. . So blieben wir an Deck, spielten eine Runde Kniffel und Wizard und genossen die laue Sommernacht, bis wir nichts mehr gesehen haben.

Juni

21

Bei hochsommerlichen 35 Grad Außentemperatur und gefühlt mindestens genauso viel im Inneren der Vlinder stand gestern vor allem eines auf dem Programm, alles langsam machen und entschleunigen.
Die Kabinen und das Bad habe ich noch für unsere neuen Gäste vorbereitet, doch danach war an Arbeiten nicht mehr zu denken. Bei diesen Saunatemperaturen zog es uns direkt an Deck unter unser Sonnendach , wo wir es uns gemütlich machten und die Ruhe genossen.
Am Abend schauten Martin und ich das WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste , das hat sich ja in der zweiten Halbzeit noch gedreht und Deutschland ging als Sieger in dieser Partie hervor.


Der Sonntag begann für mich mit einem Einkauf. Praktisch, dass manche Supermärkte in Frankreich auch sonntags bis Mittag geöffnet haben. Gegen 11 Uhr erwarteten wir Andrea und Richard aus der Pfalz.
Unser erstes gemeinsames Frühstück genossen wir entspannt unter den schattigen Bäumen neben dem Boot. Andrea und Richard kennen das Leben an Bord bereits bestens. Gemeinsam mit Martin waren sie schon in der Südsee segeln und auch im vergangenen Jahr haben sie die sommerliche Hitze hier auf der Vlinder miterlebt.
Den Nachmittag verbrachten wir ebenfalls im Schatten. Die Liegestühle wanderten unter die Bäume, und auch der Kaffee schmeckte dort gleich besser. Vor allem wehte hin und wieder ein kleines Lüftchen , was bei diesen Temperaturen ein wahrer Luxus ist.


Für den Abend war Grillen geplant. Dafür habe ich noch einen Kartoffelsalat, einen grünen Salat und eine frische Kräuterbutter vorbereitet. Während Andrea und Richard ihr schattiges Plätzchen genossen, erzählten sie begeistert von ihrer Weltreise auf dem Kreuzfahrtschiff Amera, die sie Ende letzten Jahres begonnen und im April beendet hatten. Dabei gab es viele spannende und lustige Anekdoten, die sie erzählten.
Martin kümmerte sich derweil um den Grill und heizte ihn an. Den Tisch deckten wir mit einer schönen Tischdecke festlich ein, und schon bald duftete es nach Steaks und Würstchen.


Grillen geht einfach immer , besonders an einem lauen Sommerabend neben dem Hausboot.
Mit Geschichten vom Segeln, fernen Ländern und vielen Abenteuern ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und gingen in die Kojen.

Juni

18

Heute hieß es Abschied nehmen: Nach zehn ereignisreichen Tagen verließen uns unsere vier Gäste aus Österreich. Nach einem ausgiebigen und herzhaften Frühstück packten Manuela, Brigitte, Johannes und Peter ihre Koffer und bereiteten sich auf die Heimreise vor. Sie haben auch ganz herzliche Einträge im Gästebuch hinterlassen.


Die liebe Manuela von genussstelierschatz.at hat uns während ihres Aufenthalts mit allerlei leckeren , teils typisch österreichischen Spezialitäten verwöhnt. Alle waren eine tolle Unterstützung an Bord , ob in den Schleusen, beim Anlegen oder als engagierte Co-Kapitäne. Vor allem aber haben wir in den vergangenen Tagen viel gelacht , viel Wizard gespielt und eine schöne Zeit miteinander verbracht.

Auch das Wetter zeigte in den letzten zehn Tagen wirklich alle Facetten: Von Regen, Wind und kühlen Temperaturen bis hin zu strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen 30 Grad war alles dabei.
Unsere Gäste brachen schon früh auf, denn auf dem Heimweg stand noch ein Besuch des beeindruckenden Château Haut Barr auf ihrem Programm.


An Bord nutzten wir das herrliche Sommerwetter direkt aus und ließen gleich vier Maschinen Wäsche laufen. Bei den hohen Temperaturen war alles im Handumdrehen getrocknet.
Am Nachmittag spazierten Martín und ich in die Stadt auf ein Eis , bei dieser Hitze gibt es schließlich kaum etwas Besseres.
Am Abend fand in der Marina ein Musikabend statt. Wir entschieden uns jedoch für einen entspannten und ruhigen Abend an Deck. Ganz ohne die Rockmusik mussten wir trotzdem nicht auskommen , die Klänge waren auch von unserem Liegeplatz aus noch gut zu hören.
So geht ein weiterer schöner Tag an Bord zu Ende.

Juni

17

Heute Morgen gab es endlich wieder frische Croissants aus der tollen Boulangerie in Lutzelburg. Die Männer blieben allerdings ihrer herzhaften Frühstücksvariante mit Spiegeleiern und Schinken treu. Nach einem gemütlichen Frühstück an Deck mit Blick auf die Lutzelburg legten wir kurz nach 10 Uhr ab.


Vorher haben Manuela und ich noch einen Käsekuchen mit Kirschen gebacken. Sie hatte sich diesen Kuchen für heute gewünscht, und dann haben wir ihn gemeinsam zubereitet.
Auf dieser Etappe übernahm Johannes wieder das Steuer. Vor uns lagen auf dem Weg nach Saverne neun Schleusen. Außerdem verabschiedeten wir uns von Lothringen und erreichten das Elsass. Irgendwie wirken die Ortschaften hier gleich noch ein bisschen gemütlicher , allein schon wegen der vielen urigen Fachwerkhäuser.


Es war eine schöne entspannte Fahrt durch eine herrlich grüne Landschaft mit viel Wald. An den Schleusen bergab mussten wir heute kaum warten. Ein besonderes Highlight war die große Schleuse mit ihren fünf Metern Höhenunterschied hinunter zur Marina von Saverne. Hier hatten wir wieder viele Zuschauer, denn durch das schöne Wetter waren viele Leute unterwegs.
In der Marina wurden wir bereits erwartet und bekamen direkt unseren Liegeplatz zugewiesen. Anders als beim letzten Mal lagen wir heute nicht im Seitenkanal, sondern durften ganz am Ende der Marina festmachen.
Kaum waren wir fertig, stand Peter Herden vor uns , der ehemalige Besitzer von Martins Hausboot. Das war eine Überraschung. Er liegt mit seinem neuen, kleineren Boot im Seitenkanal. Nach einem kurzen Plausch ging er wieder zurück auf sein Boot. Bei uns lief inzwischen die Kaffeemaschine, und unser Käsekuchen mit Kirschen stand schon auf dem Tisch an Deck. Langsam haben wir den Dreh mit dem neuen Ofen raus , der Kuchen war perfekt gelungen.


Anschließend machten sich Manuela, Johannes, Brigitte und Peter auf den Weg, um Saverne zu erkunden und vielleicht noch das eine oder andere Souvenir zu ergattern. Ich blieb an Bord und las entspannt an Deck. Später kamen Ellen und Peter Herden noch kurz vorbei – wir werden uns in den nächsten zwei Tagen sicher noch öfter über den Weg laufen.


Währenddessen kam auch schon eine WhatsApp-Nachricht mit dem Treffpunkt für das Abendessen: Die anderen hatten eine Pizzeria in der Altstadt ausgesucht.
Die Gerichte waren ok und reichlich.


Zurück auf dem Boot spielten wir an Deck eine letzte Runde Wizard, bevor es in den Salon zur nächsten Fussballpartie England gegen Kroatien ging. Manuela und ich saßen oben und lasen in unseren Büchern. Den Kommentaren zufolge, die aus dem Salon nach oben drangen, muss die Partie äußerst spannend gewesen sein.

Juni

16

Der Morgen begann ganz entspannt. In den frühen Stunden nieselte es noch ein wenig, doch der Regen verzog sich schnell wieder. Bereits um sieben Uhr ächzte der Schräglift zum ersten Mal talwärts, während auf unserem Hausboot noch alles ruhig blieb.
Erst nach und nach kamen alle an Deck. Der Frühstückswunsch war schnell geklärt: Spiegeleier mit Schinken sollten es sein.

Nachdem alle satt und zufrieden waren, ertönte wie gewohnt die Ansage unseres Skippers: „Leinen los!“
Aber da fuhr noch ein Boot an uns vorbei , das seine Leinen noch hinter sich her durchs Wasser zog. Martin machte die Crew darauf aufmerksam, die sich gleich bedankte. Es schien ein Männerausflug zu sein – wir ließen sie lieber vorausfahren, damit wir später nicht unnötig lange vor den Schleusen warten mussten.
Währenddessen hatte Manuela eine gute Idee, sie wollte noch einmal Apfelstrudel backen. Die Zustimmung der Crew ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Also ging es direkt in die Bordküche. Manuela bereitete den Teig vor, während ich die Äpfel schälte. Mit viel Geschick zog sie den Teig wieder hauchdünn aus, und unser Couchtisch wurde erneut als Unterlage umfunktioniert.


Kurz darauf näherten wir uns der ersten Schleuse. Allerdings befand sich bereits ein anderes Boot darin. Martin meinte : „Ich glaube, die warten auf uns , aber wir passen da gar nicht mehr mit rein.“
Also machten wir vor der Schleuse fest, und Martin ging nach vorne, um nachzusehen, was los war. Noch bevor er die Schleuse erreichte, kam ihm jemand entgegen und fragte, ob er eine funktionierende Fernbedienung hätte , ihre würde nicht reagieren.
Habt ihr denn schon die blaue Stange hochgeschoben?“, fragte Martin.
Die erstaunte Antwort lautete: „Welche Stange?“


Da war allen schnell klar: Hier waren echte Schleusen-Neulinge unterwegs. Auf unserem Boot mussten wir uns das Grinsen verkneifen. Martin erklärte ihnen geduldig, wie das Schleusen bergab funktioniert und worauf man achten muss, damit sich die Leinen nicht verklemmen. Auch das hätten sie beinahe falsch gemacht. Entweder hatten sie bei der Einweisung nicht richtig aufgepasst, oder die Einweisung war nicht besonders gut.
Nachdem das Missverständnis geklärt war und sie erfolgreich rausgefahren sind, durften wir endlich in die Schleuse einfahren. Bergab zu schleusen erfordert etwas Aufmerksamkeit, doch unser bewährtes Schleusenteam Johannes und Peter meisterte die Aufgabe mit Bravour.
Nach insgesamt vier Schleusen erreichten wir schließlich Lutzelbourg.


Schon beim Anlegen zog ein herrlicher Duft durchs Boot: Der Apfelstrudel war fertig. Während Manuela und Martin mit den Fahrrädern zurückfuhren, um die Autos zu holen, blieb der Rest der Crew entspannt an Bord.


Als die beiden zurückkehrten, gab es Kaffee und noch lauwarmen Apfelstrudel mit Vanillesoße . Das war richtig lecker.
Gut gestärkt machten sich unsere Gäste anschließend auf den Weg hinauf zur Lutzelbourg und anschließend sind sie noch in einem Biergarten eingekehrt.


Martin und ich machten eine kleine Dorfrunde und besuchten ein Künstlerehepaar in einem sehr alten renovierten Haus. Sie zeichnete und er machte Metallarbeiten.
Unsere Schleusenhelden hatten auch an dem langen Quai festgemacht, aber sie versicherten und, dass jetzt alles super klappt. Heute war auf dem Kanal überhaupt viel los. Zahlreiche Boote waren unterwegs, die Mietstationen waren offenbar gut gebucht.
Während unsere Gäste unterwegs waren, nutzte ich die Zeit, um das Abendessen vorzubereiten. Manuela wollte ein typisches Tiroler Gröschtl zubereiten , ein herzhaftes Gericht aus gekochten Kartoffeln, Zwiebeln, Wurst und einer guten Portion Knoblauch.
Passend dazu bereitete ich zwei verschiedene Salate zu, die das rustikale Essen ergänzten. . Gemeinsam genossen wir dieses leckere Abendessen an Deck , mit Blick auf den Kanal und in entspannter Atmosphäre.


Anschließend fuhren Manuela und ich die Autos schon einmal nach Saverne voraus. Von dort aus radelten wir gemütlich entlang des Kanals zurück nach Lutzelburg und konnten die wunderschöne Abendstimmung am Wasser genießen.
Da die Fußballspiele leider so übertragen wurden, dass wir sie an Bord nicht empfangen konnten, griffen wir erneut zu unserem Lieblingskartenspiel „Wizard“. Drei fröhliche Spielrunden später waren wir uns sicher: Wir haben unsere Gäste wohl mit dem Wizard-Fieber angesteckt.

Juni

15

Acht Uhr Leinen los!“ so lautete gestern Abend noch die Anweisung unseres Skippers für den heutigen Morgen. Nach dem Trubel am Wochenende waren der Kanal überraschend ruhig, und wir konnten entspannt in den Tag starten.
Gleich zwei besondere Highlights standen heute auf unserem Programm: die beiden Tunnel von Arzviller und das beeindruckende Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzviller, besser bekannt als der Schräglift.


Am ersten, dem gute 400 Meter langen Tunnel, hatten wir direkt Glück und bekamen sofort grünes Licht. Wenig später erreichten wir den zweiten Tunnel – mit 2,3 Kilometern einer der längsten Kanaltunnel Frankreichs. Hier mussten wir zunächst anlegen und warten. Knapp 20 Minuten dauerte es, bis die Durchfahrt freigegeben wurde, weil noch Gegenverkehr war.


Die Zeit nutzten wir sinnvoll: Es gab leckere Spiegeleier mit Schinken zum Frühstück.
Dann hieß es: Leinen los und hinein in die Dunkelheit. Nach etwa 40 Minuten erreichten wir endlich wieder das Tageslicht.


Nur rund 30 Minuten später kamen wir am Schräglift an – und auch hier hatten wir sofort freie Fahrt.
Martin erklärte die ausgeklügelte Technik des Hebewerks, während einige Zuschauer das Spektakel vom Aussichtspunkt aus verfolgten.
Dann begann die Fahrt: 45 Meter ging es mit dem Schiff in die Tiefe. Der Schräglift ersetzt insgesamt 17 Schleusen und bewältigt den Höhenunterschied in weniger als zehn Minuten , wirklich beeindruckend!


Unten angekommen, legten wir erst einmal an. Von hier aus gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Umgebung zu erkunden. Zunächst stand jedoch Entspannung auf dem Programm, denn der frühe Start machte sich langsam bemerkbar.
Später machten sich Manuela, Brigitte, Johannes und Peter noch einmal zu Fuß auf den Weg hinauf zum Schräglift, um die raffinierte Technik aus nächster Nähe zu bestaunen.

Auf dem Rückweg wartete mit der Glasbläserei Cristallerie Lehrer ein weiteres Highlight auf sie. Die Vorführungen der Glasbläser waren faszinierend und absolut sehenswert.


Nach dem Kaffeetrinken fuhren Johannes und ich nach Phalsbourg, um ein paar Besorgungen zu erledigen. Die anderen vier schwangen sich bei schönstem Wetter auf ihre Fahrräder und erkundeten das alte Tal der Schleusen.
Der Alte Schleusenweg, die „Vallée des Éclusiers“, ist ein rund vier Kilometer langer, idyllischer Pfad entlang des ehemaligen Rhein-Marne-Kanals. Er führt vorbei an den 17 historischen Schleusen, die einst einen Höhenunterschied von 44,55 Metern überwanden, bevor sie 1969 durch das moderne Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzviller ersetzt wurden.
Die Begeisterung nach der Radtour war groß – allen hat die Strecke ausgesprochen gut gefallen.


Zurück auf dem Boot genossen wir den Ausblick auf den Schräglift. Einige lasen, andere dösten noch ein wenig, bevor wir den Tag bei einer leckeren Brotzeit ausklingen ließen.
Da der Fernsehempfang für Fußballübertragungen eher mäßig war, spielten wir stattdessen ein paar lustige Runden Wizard. Jeweils einmal gingen ich, Johannes sowie Martin und Brigitte als Sieger hervor.
Zum Abschluss des Tages konnten Johannes und Peter über Martins Laptop doch noch die Schlussphase des Spiels Belgien gegen Ägypten verfolgen.
So ging wieder ein schöner sonniger Tag zu Ende.

Juni

14

Nach der Ladebesprechung am gestrigen Abend stand der Plan für heute fest: Martin hatte vorgeschlagen, nach dem Frühstück nach Abreschviller zur Dampfeisenbahn zu fahren. Pünktlich um zehn Uhr waren alle zur Abfahrt bereit.
Manuela und ich entschieden uns jedoch, an Bord zu bleiben und die Zeit für die Vorbereitungen des heutigen Grillabends zu nutzen. Während Manuela das Fleisch marinierte, machte ich einen Erdbeerkuchen. Auch die Kartoffeln für den Kartoffelsalat köchelten bereits vor sich hin.
Als wir mit unseren Vorbereitungen gerade fertig waren, kehrte der Rest der Mannschaft schon wieder zurück aufs Boot. Die Dampfeisenbahn sollte erst am Nachmittag fahren. Dennoch hatte sich der Ausflug gelohnt: Die Gruppe durfte einen Blick in die Lokhalle werfen und die historischen Fahrzeuge aus nächster Nähe bestaunen. Besonders spannend war für alle die Unterhaltung mit einem Oldtimersammler, der viel Interessantes zu erzählen wusste. Er fuhr mit einem alten MG vor, der gleich von allen begutachtet wurde. Entsprechend groß war die Begeisterung, als die Ausflügler wieder an Bord kamen.


Schon bald hieß es erneut „Leinen los“. Peter übernahm wieder souverän das Steuerrad. Unser Ziel für den Nachmittag war Niderviller, wo wir den Tag bei einem gemütlichen Grillabend ausklingen lassen wollten.


Kurz nach zwei legten wir nach der kurzen Strecke von 9km in der Kuhnle Marina an. Nach dem Kaffeetrinken fuhren dieses Mal Martin und Johannes mit den Rädern zurück nach Xouaxange.


Manuela, Brigitte, Peter und ich liefen derweil zur Cheverie und holten frischen Ziegenkäse, der wie immer ein Genuss war.


Für den restlichen Tag stand dann einfach Entspannung auf dem Programm. Wir genossen die ruhige Atmosphäre, unterhielten uns und vertieften uns in unsere Bücher. Währenddessen herrschte in der Kuhnle Marina reger Betrieb. Zahlreiche Boote passierten die Marina.


Am Nachmittag kehrten Martin und Johannes von ihrer Tour zurück. Gegen 18 Uhr wurde auf dem Grillplatz der Marina der Grill angeheizt. Peter und Johannes erwiesen sich dabei als perfekte Grillmeister. Während die beiden sich um das Grillgut kümmerten, deckten wir den Tisch im Steuerstand.


Schon bald konnten wir uns über ein super leckeres Abendessen freuen. Die Steaks, die Würstchen und der Kartoffelsalat schmeckten hervorragend, und besonders die Männer ließen es sich ordentlich schmecken. Da am Abend das erste Spiel der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft auf dem Programm stand, wollten wir etwas früher essen.


Nach dem Essen machten es sich Johannes, Peter und Brigitte im Salon gemütlich, um das Spiel zu verfolgen. Manuela und ich blieben dagegen oben im Steuerstand, wo wir in aller Ruhe lasen. Später gesellte sich auch Martin zu uns und vervollständigte den Blog . Ganz entging uns das Fußballspiel allerdings nicht, denn immer wieder drangen Diskussionen und Kommentare aus dem Salon zu uns herauf. So bekam man auch ohne Blick auf den Bildschirm mit, dass die Deutschen gut spielten und letztendlich 7:1 gegen Curacao gewonnen haben.

Juni

13

Der Tag begann heute deutlich früher als sonst. Weil uns das Wetter gestern einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, beschlossen Manuela und ich, die Gelegenheit am Morgen zu nutzen. Während an Bord noch alle schliefen, machten wir uns mit den Fahrrädern auf den Weg.


Zunächst radelten wir die 13 Kilometer zurück nach Lagarde schön am Kanal entlang , um die Autos bereits zu unserem nächsten Liegeplatz zu bringen. Von dort ging es anschließend weitere 15 Kilometer wieder am Rhein Marne Kanal zurück zur Schleuse von Réchicourt. Insgesamt waren wir fast zwei Stunden unterwegs und hatten damit unser Sportprogramm für den Tag schon vor dem Frühstück erledigt.
Am Anfang zeigte sich das Wetter noch wenig einladend. Der Himmel war stark bewölkt und ein kräftiger Wind begleitete uns auf unserem Weg. Doch nach und nach rissen die Wolken auf, immer mehr Blau wurde sichtbar und plötzlich war sie wieder da , die lange vermisste Sonne. Mit jedem Kilometer wurde der Himmel blauer.
Zurück an Bord hieß es zunächst, dass wir gleich ablegen würden. Allerdings drängelten sich noch zwei Boote vor uns in die Schleuse. Nun ja, manchmal braucht man auf dem Wasser eben etwas Geduld. Schließlich waren wir an der Reihe.


Die Einfahrt in die Schleuse war wieder ein besonderes Erlebnis. Zunächst sah man nur ein schwarzes Loch vor sich, fast wie den Eingang zu einer Gruft. Tief unten, etwa 16 Meter, wirkte alles dunkel und beeindruckend zugleich.

Nachdem sich das gewaltige Tor hinter uns geschlossen hatte, begann langsam der Aufstieg. Mit jedem Meter, den das Wasser stieg, wurde es heller bis wir schließlich wieder im Tageslicht standen.
Nun befinden wir uns auf dem höchsten Punkt des Kanals. Das bedeutet für unsere heutige Etappe vor allem eines, keine Schleusen mehr.


Peter übernahm lässig das Steuer, während Manuela, Brigitte und Johannes es sich auf den Liegestühlen an Deck bequem machten. Bei einem Aperol genossen sie die Sonne und die ruhige Fahrt durch die grüne Landschaft.


Beim Anlegen in Xouaxange hatten wir gleich doppeltes Glück. Mitten an unserem vorgesehenen Liegeplatz lag ein Mietboot. Doch dessen Skipper reagierte sofort freundlich und zog sein Boot ein Stück zurück, sodass Martin vorne noch ausreichend Platz zum Anlegen hatte.
Kaum festgemacht, zeigte sich, warum das besonders praktisch war: Die beiden Mietboote hinter uns hatten nämlich denselben Steg ins Auge gefasst. Aber Martin war schneller und sicherte den begehrten Platz.
Nach dem Anlegen stand erst einmal die tägliche Lagebesprechung an. Martin stellte verschiedene Ideen für die nächsten Tage vor und schnell wurde klar, dass es auch weiterhin nicht langweilig werden würde.

Hier in Kurzfassung unsere Fahrt


Nach einer gemütlichen Kaffeerunde machten sich Manuela, Brigitte, Johannes und ich auf den Weg nach Sarrebourg. Dort wollten wir ein wenig Stadtluft schnuppern und einige Sehenswürdigkeiten erkunden. Besonders beeindruckend war das berühmte Chagall-Fenster in der Chapelle des Cordeliers. Zusammen mit dem kleinen Museum bot es einen interessanten Einblick in das Werk des Künstlers.


Anschließend schlenderten wir durch die Fußgängerzone und entdeckten dabei im Bürgersaal eine Ausstellung von Autoren historischer und fantastischer Literatur. Deswegen liefen in der Stadt einige verkleidete Menschen rum. Morgen findet in der ganzen Stadt ein großes Fantasy- und Geschichtsevent statt – mit Cosplay, mittelalterlicher Atmosphäre und vielen weiteren Attraktionen. Schade, dass wir nicht noch einen Tag länger bleiben können.


Natürlich durfte auch der Einkauf für die nächsten Tage nicht fehlen. Mit reichlich Vorräten im Kofferraum machten wir uns schließlich wieder auf den Rückweg nach Xouaxange.
Während wir unterwegs waren, hatten Martin und Peter ihre ganz eigene Freizeitgestaltung gefunden. Die beiden nutzten die Zeit für einige Runden Boule und arbeiteten offensichtlich bereits an ihrer Form für das abendliche Turnier😃.
Zurück am Boot wurde schnell alles verstaut. Danach machten wir uns auf den Weg zum Abendessen. Peter hatte das kleine Restaurant „Auberge du Mesnil“ entdeckt, und dort genossen wir ein leckeres Abendessen.


Direkt neben dem Anleger befindet sich ein Bouleplatz, den wir natürlich noch nutzen mussten. Also spielten wir eine Partie Boule, bevor der Tag zu Ende ging. Diesmal hatten allerdings die Männer die Nase vorn und gewannen mit 2:1. Während unseres Spiels gesellten sich unsere Bootsnachbarn mit ihren beiden Hunden zu uns. Sie schauten eine Weile interessiert zu und sorgten für nette Gesellschaft am Spielfeldrand.

Nach der Partie plauderten wir noch ein wenig, bevor wir uns schließlich voneinander verabschiedeten. An Bord probierten wir noch ein neues KartenSpiel von den Österreichern…..Hosn owe…war sehr auch lustig. Aber nach zwei Runden fingen alle an zu gähnen, dann ließen wir den langen Tag langsam ausklingen

Juni

12

Da es gestern Abend etwas später geworden war, erstens wegen Fußball und zweitens wollte Johannes danach unbedingt noch eine Runde Wizard spielen, starteten wir heute ganz relaxed in den Tag. Brigitte, Manuela und ich beschlossen kurzerhand, uns ein Mädels-Sektfrühstück mit Musik zu gönnen. Bei guter Stimmung, leckeren Croissants und einem Gläschen Sekt ließ es sich wunderbar in den Morgen starten.
Nach und nach krochen auch die Männer aus ihren Kojen und gesellten sich zu uns.
Manuela und ich überlegten noch kurz, ob wir wieder die Autos vorfahren sollten. Dieser Plan erledigte sich allerdings recht schnell von selbst, denn an dem kurzen Schwimmsteg bekamen wir das E-Bike nicht vom Schiff. Also beschlossen wir, die Autos am Nachmittag zum Schiff zu holen.
Nach dem Frühstück wurde ich, wie inzwischen fast schon die letzten Tage, wieder aus der Küche verbannt. Manuela, die als selbstständige Konditorin bei genussatelierschatz.at⁠ tätig ist, übernahm das Kommando. Kurzerhand rührte sie einen leckeren Rhabarberkuchen an. Der Rhabarber dafür wurde übrigens in Parroy am Bouleplatz „gefunden“ und wartete nur darauf, verarbeitet zu werden.


Kaum hatten wir abgelegt, wartete auch schon die erste von insgesamt sechs Schleusen auf uns.
Nach der ersten Schleuse übernahm Peter einmal das Steuer. Mit großer Konzentration lenkte er das Boot durch den Kanal und meisterte seine Aufgabe souverän.

Da sich das Wetter erneut von seiner wechselhaften Seite zeigte, spielte sich das Bordleben überwiegend im gemütlichen Innen im Boot ab.
Pünktlich um 15 Uhr erreichten wir die höchste Schleuse Frankreichs in Rechicourt, die wie aber erst morgen früh passieren wollen. Beim Anlegen bekamen wir freundliche Unterstützung vom Nachbarn der CARIB III, der unsere Festmacherleinen entgegennahm. Dadurch verlief das Manöver deutlich entspannter.
Nach der Ankunft wartete für alle eine wohlverdiente Belohnung, Manuelas fluffiger Rhabarberkuchen. Mit einem Klecks Sahne war das ein echter Genuss.
Anschließend machten sich unsere Gäste auf den Weg zur Schleuse. Gerade fuhr ein Boot von der unteren Seite ein, sodass sie den Schleusenvorgang aus nächster Nähe beobachten konnten. Der Schleusenwärter zeigte sich besonders freundlich und gewährte ihnen sogar einen Blick in den Technikraum. Dadurch wurde der Besuch noch spannender und bot interessante Einblicke hinter die Kulissen.


Zurück an Bord fingen wir schon am späten Nachmittag an, Wizard zu spielen. Unsere Gäste sind auch infiziert vom Wizardfieber. Zwei Runden und danach ging’s für uns Mädels in die Küche. In einer Gemeinschaftsproduktion wurden leckere Spaghetti mit Garnelen, die ich gestern schon gepuhlt hatte, zubereitet.Manuela und Brigitte kümmerten sich um den Salat. Das Essen wurde schon im Teller serviert und war richtig lecker.


Anschließend wurde wieder Wizard gespielt. Am besten sind immer die Diskussionen nach den Spielen…hätte …hätte…hätte
So ging wieder ein lustiger Tag zu Ende.

Juni

11

Heute Morgen starteten wir ganz entspannt mit einem ausgiebigen Frühstück in den Tag. Gut gestärkt machten sich Manuela und ich anschließend auf den Weg, um die Autos nach Lagarde vorzufahren. Für die kurze Strecke benötigten wir mit dem Auto gerade einmal knapp 15 Minuten.


In Lagarde angekommen, schauten wir uns zunächst den Hafen an und prüften, ob dort genügend Platz für die Vlinder sein würde. Das große Flusskreuzfahrtschiff Madeleine lag bereits im Hafen und die kleineren Mietboote hatten sich in Reih und Glied verteilt. Sicherheitshalber fragte ich in der Capitainerie nach, ob wir am Nachmittag hinter der Madeleine festmachen könnten. Die freundliche Dame meinte: Klar, kein Problem.“
Damit war alles geklärt und wir machten uns mit den Fahrrädern auf den Rückweg nach Parroy zum Boot. Kaum angekommen, hieß es auch schon wieder, Leinen los!


Während wir Kurs auf Lagarde nahmen, wurde in der Bordküche fleißig gearbeitet. Manuela setzte einen Hefeteig für Buchteln an. Nach der Gehzeit wurde der Teig fachgerecht in gleich große Stücke geteilt und Brigitte half beim Füllen. Ein Teil bekam Aprikosenmarmelade, der andere Zwetschgenmarmelade – das sah schon beim Zubereiten total lecker aus.


Auf unserer Strecke lagen drei Schleusen bergauf. Mittlerweile klappt das Schleusen bei uns wirklich super .Die Landschaft wird wieder immer ländlicher, grüner und ruhiger.


Schließlich erreichten wir Lagarde. Und dann das: Irgendein Möchtegern-Kapitän hatte tatsächlich unseren reservierten Liegeplatz belegt! Martin machte sich mit der Hupe bemerkbar, doch die Verantwortlichen waren leider nicht an Bord . Dabei hätten sie im vorderen Bereich des Hafens problemlos Platz gehabt.
Kurzerhand entschied Martin, am kurzen Schwimmsteg festzumachen. Das war eine etwas wackelige Angelegenheit. Doch ganz ruhig und professionell dirigierte er das Anlegemanöver, und gemeinsam schafften wir es, die Vlinder sicher festzumachen. Zwar ragte das Boot vorne und hinten jeweils mehrere Meter über den Steg hinaus, aber irgendwie passte es doch.
Inzwischen hatte sich an Bord ein herrlicher Duft verbreitet. Die frisch gebackenen Buchteln waren fertig. Schnell wurde die Kaffeemaschine eingeschaltet. Da auch das Wetter perfekt mitspielte, konnten wir Kaffee und Buchteln gemütlich an Deck genießen.
Nebenbei kümmerte ich mich noch um die Garnelen und puhlte sie fertig, damit wir sie einfrieren konnten und später keinen Stress mit dem Verderb hatten.
Währenddessen gingen Brigitte und Johannes zum Hafenrestaurant und reservierten einen Tisch für das Abendessen. Anschließend nutzten unsere Gäste die Gelegenheit für einen kleinen Spaziergang durch das Dorf.


Nach einer entspannten Pause an Bord machten wir uns schließlich auf den Weg ins Restaurant. Die Bedienung war ausgesprochen aufmerksam und brachte uns sofort eine deutsche Speisekarte. Schnell waren die Bestellungen aufgegeben.
Das Essen war für alle hervorragend. Besonders Martin und Manuela staunten nicht schlecht, als ihnen ein riesiges Cordon Bleu serviert wurde. Aber auch die anderen Gerichte sahen ausgezeichnet aus und schmeckten ebenso gut.


Nach dem Essen zog es die Männer recht zügig zurück aufs Boot vor den Fernseher, denn das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft stand auf dem Programm. Wir Mädels ließen den Abend dagegen ganz gemütlich oben im Steuerstand ausklingen und genossen die ruhige Stimmung im Hafen von Lagarde.